„Rauchen gefährdet die Gesundheit" - so steht es auf allen
Zigarettenpackungen in Deutschland. Tatsächlich gehören Zigaretten weltweit zu
den legalen Drogen, die auch dann zu Gesundheitsschäden und tödlichen
Krankheiten führt, wenn man sie „bestimmungsgemäß“ anwendet. Das in den
Zigaretten enthaltene Nikotin macht süchtig. Wer einmal mit dem Rauchen
angefangen hat, muss die Sucht nach dem Nikotin befriedigen und nimmt die
Gesundheitsgefahren dabei „gezwungenermaßen" mit in Kauf. Auch sog.
Passivraucher sind stark gesundheitlich gefährdet. Es gibt nur wenige
Nichtraucher , die nicht gleichzeitig auch Passivraucher sind.
Nachdem immer mehr EU-Nachbarn ein Rauchverbot
für öffentliche Räume aussprechen, wächst der Druck auf Deutschland. Erste
Politiker fast aller Parteien, Ärzte und Krankenkassen rufen nach schärferen
Gesetzen. Noch gilt eine freiwillige Selbstverpflichtung der Gastronomie,
rauchfreie Zonen einzurichten. Der Erfolg wird am 1. März überprüft. "An eine
Selbstregulierung des Gastgewerbes glaube ich nicht im Traum", gestand
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in der Berliner Zeitung. Weiter beklagte
er: "In Deutschland ist der Einfluss der Tabaklobby auf die Politik sehr groß."
Auch zur WM startete eine Kampagne namens "No smoking, please". Fußballfans -
also auch die aus den längst rauchfreien Nachbarländern - sollten mit Filmen und
Plakaten dazu bewegt werden, auf den Glimmstängel zu verzichten. Reichen diese
freiwilligen Aktionen oder brauchen wir doch ein strikteres Rauchverbot?
Argumente von Rauchern und der wissenschaftliche Gegenbeweis
Pro Rauchen - Zitate von Rauchern
Contra Rauchen ? die Wissenschaft beweist
Rauchen sieht schick aus
Raucherhaut wird schneller runzlig, wirkt gelblich
schimmernd und zerknittert.
Rauchen macht schlank.
Rauchen macht krank: Über 50% aller Raucher sterben
frühzeitig an durch Tabakkonsum verursachten Erkrankungen, davon mehr als
die Hälfte schon im mittleren Lebensalter.
"Ich rauche gern."
Rauchen kann die Entstehung von Depressionen fördern.
Rauchen baut Stress ab.
Rauchen beschleunigt die Alterung des Gehirns und erhöht
das Risiko für Alzheimer.
Rauchen fördert Kontakte
Am Zigarettenkonsum werden im Jahr 2020 weltweit zehn
Millionen Menschen versterben.
Rauchen macht sexy.
Rauchen kann den Penis um bis zu 8 mm verkürzen: Ursache
ist die Verkalkung der Blutgefäße im Penis.
Rauchen macht frei.
Das Risiko an einer Atemwegskrankheit zu versterben, ist
für Raucher etwa dreimal so hoch wie für Nichtraucher.
Wussten Sie, dass ...
Tabak radioaktiv ist? Ein starker Raucher (2-4 Schachteln
täglich) verabreicht seiner Lunge jährlich die Radioaktivität von etwa 250
Röntgenaufnahmen.
Zigarettenqualm das "gegenwärtig gefährlichste
luftgetragene Schadstoffgemisch" ist? (Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen und
Gesundheit)
Rauchen die Haut schneller altern lässt?
Rauchende Männer eine stark verminderte Fruchtbarkeit
zeigen?
Ihr Treppenhaus laut Gerichtsurteil kein Ort zum Rauchen
ist?
Nikotin eine gängige Einstiegsdroge für viel härtere Sachen
ist?
"Leichte" Zigaretten den gleichen Anteil an Schadstoffen
enthalten wie ihre "normalen" Pendants? Lediglich die Zahl der Luftlöcher im
Filter ist höher und durchmischt den Rauch mit mehr Luft. Sie inhalieren
tiefer und schneller, teilweise steigt der Nikotinkonsum dadurch noch an.
Sie im Durchschnitt zehn Jahre Ihres Lebens wegwerfen, wenn
Sie rauchen? Nur knapp 60% der Raucher erleben ihren 70. Geburtstag. Zum
Vergleich: Bei den Nichtrauchern sind es über 80%.
Die Hälfte aller Raucher an ihrer Sucht sterben?
Tipps für die Entwöhnung und den Entzug
Den meisten Rauchern fällt das Aufhören schwer. Schuld
daran ist das Nikotin, ein starkes Suchtmittel.
Setzen Sie sich selbst ein Ziel, aber nicht unter Druck!
Wenn Sie die radikale Methode (von heute auf morgen auf das
Rauchen zu verzichten) nicht schaffen, suchen Sie Hilfe bei Fachleuten. Ihr
Arzt sollte dabei der erste Ansprechpartner sein.
Ein Arzt verschreibt Ihnen z.B. das Nikotinpflaster, das
entsprechend Ihrem gewohnten Tabakkonsum in verschiedenen Dosierungen
angeboten wird.
Akupunktur kann zusätzlich angewendet werden, um das
Suchtzentrum im Gehirn zu beeinflussen. Als alleinige Therapie allerdings
reicht Akupunktur meist nicht.
Darüber hinaus gibt es seit einiger Zeit Medikamente auf
dem Markt, welche die Nikotinentzugssymptome völlig herabsetzen und damit den
Drang nach einer Zigarette bekämpfen sollen. Der Vorteil: Sie enthalten selbst
kein Nikotin.
Es werden auch Raucherentwöhnungskurse angeboten.
Informieren Sie sich hierzu bei Ihrer Krankenkasse.
Wichtig ist, dass Partner und Bekanntenkreis mitziehen.
Geben Sie bekannt, dass Sie derzeit nicht rauchen. Das bewahrt vor dummen
Bemerkungen und setzt Sie selbst nicht zu sehr unter Stress.
Hauptvoraussetzung für eine Entwöhnung ist der eigene Wille!