Es
wollen etliche, dass diese kurfürstliche brandenburgische Residenzstadt
Albertus, zugenannt der Bär, Graf zu Anhalt erbaut habe.
Es liegt Berlin an dem Fluß Spree. Gegen Berlin über dem Wasser liegt die Stadt
Cölln, zugenannt an der Spree, so der Stadt Berlin Colonia und von ihr erbaut
worden ist. Man kann in beiden Städte über zwei Brücken kommen. Es sind in
dieser neuen Stadt zwei Kirchen, nämlich der Dom, zur Dreifaltigkeit genannt,
aus welchem Anno 1615 alle Altäre, Taufsteine und Bilder geräumt worden sind.
Von weltlichen Gebäuden ist insonderheit zu Cölln das kurfürstliche Schloß und
Residenz an dem Wasser, ziemlich rechteckig und weitläufig mit zwei Höfen
erbaut, zu sehen.
In der Schloßkirche viel Gemälde von Lucas Cranach und anderen Malern gemalt,
die zuvor in der gedachten Domkirchen gewesen, zu sehen waren. Man sollte
nirgends so viele Gemälde von gedachtem Lucas Cranach als allhie beisammen
gefunden haben, so eines großen Schatzes wert.
Wir finden, dass dieser Städte Wahrzeichen sein sollen drei große Linden, welche
von einer Kirche nacheinander stehen, jede auf vierundzwanzig Schritt, die den
ganzen Platz bedecken, welche an vielen Orten altershalber mit Ketten gebunden
sind und auf einem hölzernen Gerüst ruhen, und unter solchen außen an der
Kirchen ein Predigstuhl und viele Bänke stehen.
(Aus dem Original-Text der: Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomerianae)