Kartographie in Mecklenburg
im 18. Jahrhundert





Um 1700

Der Vizelandgerichtspräsident Bertram Christian Hoinckhusen kartiert am Ende des 17. Jahrhunderts in 22 kolorierten Handzeichnungen in etwa 1 : 100 000 alle Ämter Mecklenburgs. Sie wurden nicht publiziert und befinden sich in dem Mecklenburgischen Landeshauptarchiv. Eine Faksimileausgabe wurde von dem Landesvermessungsamt Mecklenburg-Vorpommern und dem Mecklenburgischen Landeshauptarchiv Schwerin 1995 herausgegeben.

Atlas von Bertram Christian von Hoinckhusen (Ausschnitt)


 

1703

Ab 1703 wird die erste flächendeckende Vermessung eines Teiles (etwa 2/5) des Landes, des Domaniums (des landesherrschaftlichen Grundbesitzes) durchgeführt, wobei Vermessungs- und Einteilungsregister für jede Feldmark angelegt wurden. Die Kartierung erfolgte lediglich in "Abrissen" und diente nur der Flächenermittlung. Die Bonitierung wurde nach Scheffel Einsaat (für den Acker) und Fuder Heu (für das Grünland) vorgenommen.

1718

Es wird die Vermessung der Ritterschaft angeordnet. Mit der Leitung wird der Hauptmann Praetorius beauftragt. Durch die Auseinandersetzung mit den Ständen wird diese Vermessung nach kurzer Zeit abgebrochen.

Ab 1726

Ab 1726 führen die hannoverschen Kondukteure unter der Leitung des Obersten Pauli die Vermessung der Städte und der Stadtfeldmarken durch. Die Vermessung wurde durch die kaiserliche Subdelegation angeordnet, die in Mecklenburg nach der Absetzung des Herzogs durch den Kaiser regierte. Die Karten befinden sich in dem Niedersächsischen Hauptarchiv Hannover.

Ab 1750

1750 beginnt die Flurneuordnung im Domanium mit Vermessung und Bonitierung.

1755-1778

1755 wird im Zusammenhang mit dem Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich die "Direktorialvermessung " angeordnet. Die Direktorialkommission in Güstrow (seit 1764 in Rostock) hatte die Aufgabe, die Vermessung und die Bonitierung zu leiten. Dafür wurde die "Instruction für die Land-Messer" und die "Instruction für die Wirtschafts- und Ackersachverständige Achts-Leute" verfaßt. Der Maßstab 1 : 3840 (20 Ruten auf 1 Zoll) war vorgeschrieben.

Ab 1761

Ab 1761 stellt der Hofzeichner Johann Heinrich Krüger ungefähr die Hälfte des Landes auf der Grundlage der Direktorialvermessung kartographisch dar.

1764

Die Berliner Akademie der Wissenschaften publiziert eine Karte Mecklenburgs in vier Blättern in 1 : 185 000.

 

Karte der Berliner Akademie der Wissenschaften 1764 (Ausschnitt)

aus dem ersten thematischen Atlas Mecklenburgs; erschienen im Verlag Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1938


1780-1782

Der preußische Oberst Friedrich Wilhelm Karl von Schmettau veröffentlicht die auf Neuvermessung basierende, von Carl Friedrich Wiebeking gezeichnete Karte von Mecklenburg-Strelitz in 1 : 34 500 in neun Sektionen. Das Kartenwerk wurde 1961 in 1 : 50 000 in Reprint herausgegeben.

1786-1788

Carl Friedrich Wiebeking erstellt 1786/88 unter der Verwendung der Direktorialvermessungskarten (etwa 2/3 des Landes) und auf der Grundlage von Neuvermessung das erste topographische Kartenwerk von Mecklenburg-Schwerin in 42 Blättern im Maßstab von etwa 1 : 24000. Dazu wurden auch die Karten J. H. Krügers herangezogen. Das Kartenwerk ist hand gezeichnet und mit Wasserfarben ausgemalt. Eine Reprintausgabe erschien 1969.

1788

Friedrich Wilhelm Karl von Schmettau veröffentlicht die von Carl Friedrich Wiebeking erarbeitete Karte von Mecklenburg-Schwerin in 1 : 50 000 im Kupferstich, der in Berlin und Wien angefertigt wurde. Die Kupferplatten wurden 1806 von den Franzosen nach Paris verschleppt und später vom mecklenburgischen Großherzog zurückgekauft. Sie befinden sich heute im Mecklenburgischen Landeshauptarchiv Schwerin.

 

Schmettau-Karte (Ausschnitt)

 

1790

Der Rostocker Hospitalmeister Julius Michael Tarnow beendet seinen Plan von Rostock in 1 : 480, an dem er ab 1780 arbeitete. Hier verzeichnete er die einzelnen Grundstücke mit dem Namen des Besitzers und mit der zahlenmäßigen Angabe der Breite der Grundstücke. Eine Faksimileausgabe in kleinerem Maßstab erschien 1918.

 

 

Tarnow-Plan (Ausschnitt)

1794

Friedrich Wilhelm Karl von Schmettau gibt die Generalkarte Mecklenburgs in 1 : 225 000 heraus, die für weitere Übersichtskarten Mecklenburgs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Grundlage diente.


 

 

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