Historische Landkarten - Teil 2

 

Alle Karten können durch anklicken vergrößert werden.

Süd- und Ostasien (1527)
Die Weltkarte aus der Reihe der modernen Karten im Straßburger Ptolemäus (1513)
Afrika im ältesten Weltatlas (1570)
Herzogtum Mailand (1570)
Die Vorstellung vom Nordpolargebiet (1595)
Seehandelskarte Indischer Ozean (1597)
Karte des römischen Britanniens (1595)
Die Magalhaesstraße im Atlas von Mercator-Hondius (1606)
Karte von China (1606)
Karte von Rügen (1608)
Die Molukken auf einer niederländischen Karte (um 1620)
Die Kenntnis von Brasilien (1633)
Karte von Guayana (1633)
Karte von Amerika (1630)
Karte mit reichem Wappenzierrat von Piemont(17. Jahrhundert)
Provinz Salerno (1640)
Karte des Königreichs Valencia (1640)
Karte von Nordasien (1640)
Karte der Balearen und Pityusen (1642)
Karte Sizilien und Sardinien (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Raum zwischen Asien und Australien auf einer englischen Seekarte (etwa 1670)
Karte der Insel Jan Mayen (etwa 1693)
Karte von Griechenland (um 1778)
Karte des nördlichen Sternhimmels (1661)

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Ausschnitt aus einer bild geschmückten
Manuskriptkarte (1527)

 

Mittelalterliche und frühneuzeitliche Manuskriptkarten enthalten gewöhnlich eine Fülle von kleinen bildlichen Darstellungen, die man bei oberflächlicher Betrachtung als bloßen Schmuck auffassen könnte. Dass zumindest viele von ihnen nicht nur als schmückendes Beiwerk gedacht sind, erkennt man, wenn man die Frage aufwirft, was diesen Karten fehlen würde, wenn die Bilder fort gelassen wären. Es zeigt sich dann nämlich, dass sie großenteils sachliche Informationen bieten sollen, die auch in modernen Karten vermittelt werden, in diesen jedoch in abstrakter Form auftreten. Wo wir heute die politische Zugehörigkeit durch Grenzsignatur oder durch Verschiedenheit der Flächenfärbung kennzeichnen, da brachten die alten Kartographen kleine Fahnen mit Wappendarstellungen an, oder sie zeichneten Herrscherfiguren, dies besonders bei exotischen Reichen. Wo wir heute die Größe und Bedeutung einer Stadt durch eine auffallende Signatur hervor heben, da taten dies die alten Kartographen durch ein stilisiertes Stadtbild mit Mauern und Türmen. Man hat es hier also mit dem Unterschied zwischen bildhafter und abstrakter Darstellungsweise zu tun, wie er der Verschiedenheit des noch mittelalterlich gebundenen und des modernen Denkens entspricht. Damit erweist sich ein großer Teil der auf den Manuskriptkarten vor kommenden bildlichen Darstellungen als durchaus sachlich bedingt, aber auch den meisten übrigen, etwa den Bildern wilder Tiere in außereuropäischen Gebieten oder den Abbildungen fremder Schiffstypen, wird man einen Informationsgehalt nicht absprechen können. Kaum etwas dient also nur zum Schmuck, und doch trägt alles für unser Auge zur Schönheit der Karte bei.

Abgebildet ist der Süd- und Ostasien darstellende Teil einer Manuskriptkarte von Vesconte Maggiolo aus Genua vom Jahre 1527.

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Die Weltkarte aus der Reihe der modernen
Karten im Straßburger Ptolemäus (1513)

 

Die Ptolemäusausgaben, mit denen in der Zeit des Humanismus die Geschichte unserer Atlanten beginnt, enthielten anfangs ausschließlich die unter dem Namen des spätgriechischen Geographen Claudius Ptolemäus über lieferten Karten. Bald wurden diesen den Wissenstand des Altertums wieder spiegelnden Karten als Ergänzung einzelne auf Grund des zeitgenössischen Wissens entworfene hinzugefügt. Die nächste Stufe der Entwicklung war die Beigabe einer ganzen Folge solcher modernen Karten, und die erste Ptolemäusausgabe, in der dieser Schritt getan wurde, war die Straßburger Ausgabe 1513. Diese Karte entspricht weithin noch dem ptolemäischen Erdbild, enthält aber Hinzufügungen nach neuestem Material. In der Darstellung des Nordens fällt die Berücksichtigung von Grönland auf, das als Halbinsel Europas aufgefasst ist. Von den neuen Entdeckungen im Westen sieht man - unbenannt und nur angedeutet - die Küste Neufundlands, weiterhin die Insel Kuba ("Isabella"), Jamaica (unbenannt) und Haiti ("Spagnolla") und schließlich die Festlandsküste Südamerikas bis in etwa 37 s. Br., also so weit sie 1509 durch Solis und Pinzon entdeckt war. Der Südteil von Afrika hat die durch die Umschiffungen 1488-1497 fest gestellte wahre Gestalt erhalten, und im Südosten Asiens findet man, freilich grob verzerrt, die Entdeckungen der Portugiesen aus den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts berücksichtigt.

Die modernen Karten der Straßburger Ptolemäusausgabe von 1513 sind Arbeiten des Kartographen Martin Waldseemüller (um 1470-1518).

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Afrika im ältesten Weltatlas (1570)

 

Die hier gezeigte Karte von Afrika erweckt beim Beschauer den Eindruck, als sei zu ihrer Entstehungszeit (1570) dieser Erdteil im wesentlichen bekannt gewesen. Tatsächlich beruht jedoch von dem gesamten Inhalt der Karte fast nur die Küstenlinie mit einem an den meisten Stellen sehr schmalen Gebietsstreifen auf einiger maßen sicherer Kenntnis. Für die Küstenländer am Mittelmeer stammt diese Kenntnis aus dem Altertum, in dem die betreffenden Gebiete zum Römischen Reich gehörten. Für fast die gesamte übrige Küste des Erdteils war sie das Werk der portugiesischen Seefahrer, die sich von 1416 an nach und nach an der Westküste südwärts vortasteten, bis im Jahre 1488 Bartolomeu Diaz das "Kap der Guten Hoffnung" erreichte, und die so dann auf dem weiteren Wege nach dem reichen Indien, dem Ziel ihrer gesamten Unternehmungen, auch die Ostküste erkundeten. Dem so gewonnenen, der Wirklichkeit recht nahe kommenden Bild von der Gestalt Afrikas im ganzen steht auf dieser Karte eine auf unsicheren und einander widersprechenden Berichten beruhende und daher höchst verworrene Darstellung des Inneren gegen über. Besonders das Gewässernetz hat, wie sich beim Vergleich mit einer modernen Karte zeigt, nicht viel mit den Tatsachen gemein, die wir heute kennen und die im wesentlichen erst Jahrhunderte nach der Entstehung dieser Karte erkundet worden sind.

Die Karte ist in dem ältesten von der Bindung an die Autorität des Ptolemäus gelösten und in diesem Sinne modernen Weltatlas erschienen, dem "Theatrum orbis terrarum" des Abraham Ortelius (1527-1598), und zwar schon in der ersten seiner zahlreichen Ausgaben (1570).

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Regionalkarte mit Schmuckwerk
im Stil der Flämischen Renaissance (1570)

 

 Die Abbildung zeigt aus dem Atlas des Ortelius die Karte des Herzogtums Mailand als Beispiel für ein Blatt, auf welchem bei beschränktem Raum nur eine verhältnismäßig kleine, auf originelle Weise mit der Maßstabsleiste verbundene Titelkartusche vorkommt. Die Karte beruht auf einer Originalkarte von Giovanni Giorgio Settala aus dem Jahre 1560.

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Die Vorstellung vom
Nordpolargebiet (1595)

 

Im Laufe des 16. Jahrhunderts ist die Verteilung von Land und Meer auf der Erde in großen Zügen bekannt geworden. Die Polargebiete jedoch waren noch immer das Feld hypothetischer, an sagenhafte berichte angelehnter Vorstellungen. So wurde das Nordpolargebiet auf den Karten und Globen des 16. Jahrhunderts sehr verschieden dargestellt, im allgemeinen aber nahm man an, dass es sich um ein Meer mit einigen größeren Inseln darin handelt.

Dieser Annahme hat Gerhard Mercator (1512-1594) die Gestalt gegeben, die diese Abbildung zeigt. Danach befindet sich am Pol ein hoher, schwarzer Felsen, umgeben von einem etwa kreis runden Meer, das einen starken Strudel bildet. In dieses ergießen sich vier reißende Ströme, die einen bis in etwa 78 Breite reichenden, von einem Randgebirge umgeben Polarkontinent in vier große Inseln teilen. Nach dem alten Bericht, auf den Mercator sich stützte, sollte der Felsen am Pol aus Magnetstein bestehen. Das hat Mercator nicht übernommen; er hat vielmehr auf Grund eigener, freilich fehlerhafter Berechnung die Lage des magnetischen Pols nördlich der damals erst vermuteten Meeresstraße zwischen Asien und Amerika an gegeben.

Schon in einer Nebenkarte seiner berühmten Weltkarte von 1569 hat Mercator seine Auffassung von der Verteilung von Land und Meer im Nordpolargebiet dargestellt. Später hat er sie, im europanahen Teil auf Grund neuer Reiseberichte korrigiert, in einer selbstständigen Karte genauer aus geführt. Diese Karte, die er für seinen 1595 erschienen Atlas geschaffen hat, zeigt diese Abbildung.

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Reisen in die Frühzeit
auf einer Geschichtskarte (1597)

 

Das Zeitalter des Humanismus brachte nicht nur entscheidende Fortschritte der Gegenwartskartographie, sondern auch die Anfänge der Geschichtskartographie, also solcher Kartendarstellungen, deren Gegenstand Zustände und Vorgänge der Vergangenheit sind. Das abgebildete Blatt zeigt mehrere Beispiele von Karten dieser Art. Die Hauptkarte ist auf Grund eines fälschlich dem Arrian zu geschriebenen, von einem unbekannten Griechen stammende Segelhandbuchs des Indischen Ozeans etwa aus dem Jahre 90 u. Z. gezeichnet; sie stellt die damaligen Seehandelsplätze dieses Meeres dar, für dessen nordwestlichen Teil hier in griechischer und lateinischer Form noch der alte, jetzt auf das bekannte Nebenmeer beschränkte Name "Rotes Meer" auftritt. Die untere Nebenkarte ist das Ergebnis eines Versuchs, die in dem Bericht über die sagenhaften Irrfahrten des Odysseus genannten Örtlichkeiten zu lokalisieren. Von den beiden kreisförmigen Karten stellt eine den Nordteil der afrikanischen Westküste dar, an welcher der karthagische Seefahrer Hanno um 500 v. u. Z. entlang gefahren ist, die andere ist eine phantasievolle Darstellung des Nordpolargebietes mit der Insel der "Hyperboreer".

Autor der Karte ist Abraham Ortelius (1527-1598), der Begründer der Geschichtskartographie. Es handelt sich um eine seiner letzten Arbeiten auf diesem Gebiet.

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Karte des römischen Britanniens (1595)

 

 Nach dem man im Humanismus zunächst, wie auf anderen Gebieten, so auch in der Kartographie das überlieferte Wissen des Altertums als auch für die Gegenwart maßgebend betrachtet hatte, bildete sich im 16. Jahrhundert eine auf eigener Beobachtung der Wirklichkeit beruhende Gegenwartskartographie heraus. Neben ihr aber entstand im letzten Viertel des Jahrhunderts die Geschichtskartographie, für welche die antiken Autoren nur noch den Rang von Quellen hatten.

Ein Erzeugnis dieses damals neuen Zweiges der Kartographie ist das abgebildete Blatt. Dargestellt sind die britischen Inseln zu der Zeit, als ein großer Teil der selben von den römischen Cäsaren unterworfen war und unter dem Namen "Britannia" zu ihrem Imperium gehörte. Der Autor hat in ein Kartenbild, das er den besten Leistungen seiner eigenen Zeit entlehnte, nach den antiken Quellen die römischen Namen der Gewässer, Landschaften und Orte eingetragen, und wo die Quellen nicht über ein stimmten, hat er kritisch mehrere Versionen berücksichtigt. Selbstverständlich hat er auch die beiden Befestigungslinien dargestellt, die nach einander die Grenze der römischen Herrschaft gebildet haben. Dass auf der Karte Westen oben ist, hat mit ihrem historischen Charakter nichts zu tun; dieser Art der Orientierung ist nur aus Formatrücksichten gewählt worden.

Autor der Karte ist Abraham Ortelius.

 

 

 

Die Magalhaesstraße im Atlas
 von Mercator-Hondius (1606)

 

Die Erkundung der Ostküste Südamerikas durch die Europäer, die 1498 in der Nähe der Orinocomündung begann und schnell südwärts fortschritt, hatte als eines ihrer Hauptziele die Auffindung einer Durchfahrt nach Westen, die den Weg nach dem schätzen reichen Indien freigeben sollte. Von der Existenz einer solchen Durchfahrt war auch der Portugiese Fernano Magalhaes überzeugt, als er im Jahre 1519 auf seiner unter spanischer Flagge ausgeführten Reise zu den Molukken die Route längs der südamerikanischen Küste wählte. Den La Plata, in dem die Spanier Solis und Pinzon diese Durchfahrt gefunden zu haben glaubten, erkannte er als eine große Flussmündung, und so segelte Magalhaes weiter an der Küste entlang, bis er nach einer Überwinterung schließlich am 21. Oktober 1520 tatsächlich den Eingang zu einer Meeresstraße fand. Er durchfuhr sie in 21tägiger gefährlicher Fahrt. Das Land südlich der Straße nannte er nach den nachts darauf gesehenen Feuern "Tierra del Fuego". Dass es sich um eine Inselgruppe handelt, wurde erst fast ein Jahrhundert später (1616) erkannt, und so wurde Feuerland auf Karten und Globen noch lange als Teil des sagenhaften Südkontinents dargestellt.

Die fortan nach Magalhaes benannte Straße wurde bald auch von anderen durch fahren und dabei näher erkundet. Diese Abbildung zeigt sie auf einer der Karten, mit denen Jodocus Hondius im Jahre 1606 den Atlas des Gerhard Mercator ergänzte. Die Karte, auf welcher Süden oben ist, zeigt rechts den Pazifischen Ozean unter dem damals üblichen Namen "Mar del Zur", links den auffallender weise selbst so weit im Süden als "Mar del Nort" bezeichneten Atlantischen Ozean.

 

Weitere Karte des o.g. Seegebietes

 

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Karte von China (1606)

 

Lange bevor man in Europa die Kartographie kannte, gab es eine solche in China, aber deren Erzeugnisse haben zu dem Bild, das man sich in Europa von dem Lande im fernen Osten machte, kaum etwas beigetragen. Auch die Berichte mittelalterliche Handels- und Gesandtschaftsreisender, etwa der viel beachtete des Venizianers Marco Polo, haben nur wenig kartographisch verwertbares geliefert. Da ferner auch im Zeitalter der großen Entdeckungen infolge der Abschließung der ostasiatischen Reiche nach außen die Berührung mit den Europäern schwach blieb, musste in den europäischen Kartenwerken die Darstellung Ostasiens länger als die vieler anderer Erdräume mit groben Fehlern behaftet bleiben, wie dies diese aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts stammende Karte zeigt.

Die Karte erschien erstmals in der Ausgabe 1606 des von Hondius erweiterten Mercator-Atlas und wurde dann in die weiteren Ausgaben desselben übernommen. Ihr Beiwerk zeigt einen Segelwagen, dessen Erfindung den kunstreichen Chinesen zu geschrieben wurde, und eine Hinrichtungsszene, die an die Verfolgung christlicher Missionare in Japan erinnert.

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Karte von Rügen (1608)

 

Die seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts in den europäischen Ländern erschienen Karten größerer und kleinerer Territorien sind zumeist das Werk einzelner Männer, die keineswegs Berufskartographen waren. Von Beruf waren sie beispielsweise Ärzte, Lehrer, Pfarrer oder Philologen, und der Gedanke, eine Karte ihrer Heimatlandschaft zu zeichnen, ergab sich für sie meist aus ihrem Interesse für deren Geschichte. Ganz auf sich gestellt oder bestenfalls mit Förderung durch die Landesherrschaft bereisten sie das Gebiet und vermaßen es mit einfachen Methoden. Wenn sie dabei sorgfältig vorgingen, waren verhältnismäßig gute Karten das Ergebnis ihrer Arbeit. Als Beispiel zeigt diese Abbildung die von dem Rostocker Theologieprofessor Eilert Lübben (Lubinus) (1565-1621) geschaffene Karte der Insel Rügen.

Die höchst wahrscheinlich im Jahre 1608 gezeichnete Karte wurde in dem von Hondius fortgeführten Atlas Mercators veröffentlicht, und zwar zuerst in der französischen Ausgabe 1609. Die Abbildung zeigt sie in der wenig veränderten Gestalt, in der sie in die Blaeuschen Kartenwerke übernommen wurde.

 

Vergleiche auch:

 

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Die Molukken auf einer
niederländischen Karte (um 1620)

 

Auf ihren Entdeckungsfahrten um Afrika herum nach Südosten erreichten die Portugiesen im Jahre 1512 auch die Molukken, die Gewürzinseln, und besetzten auf ihnen einzelne Punkte. Aber diese Erwerbung blieb nicht unbestritten, denn die Inselgruppe lag nahe der Linie, durch welche im Vertrag von Tordesillas 1494 die Erde hinsichtlich der neu zu entdeckenden Länder in eine spanische und eine portugiesische Hälfte geteilt worden war, und die Lage des Teilungsmeridians war mit den damaligen Mitteln nicht genau fest zu stellen. Die Erreichung der Molukken von Osten her war das Hauptziel der ersten Weltumsegelung, zu welcher der unter spanischer Flagge fahrende Fernano Magalhaes im Jahre 1519 aufbrach. Dass nach dessen Tode diese Expedition unter Sebastian de Elcano wirklich zu den Molukken gelangte und von dort ein reiche Fracht von Gewürzen mit brachte, konnte die Rivalität zwischen den beiden Entdeckernationen zunächst nur steigern. Entschieden wurde die Frage, die wissenschaftlich noch lange nicht zu entscheiden gewesen wäre, 1529 dadurch, dass der König von Spanien seinen Anspruch gegen Zahlung einer Summe, die er für seine Krönung zum deutschen Kaiser benötigte, aufgab. So blieben die Inseln zunächst im Besitz der Portugiesen, bis diese 1605 von den Holländern verdrängt wurden. Heute gehört die Inselgruppe unter dem Namen "Maluku" zu Indonesien.

Diese aus dem Beginn der holländischen Zeit stammende Karte, auf welcher übrigens Westen oben ist, zeigt die wichtigsten der Inseln, in einem sehr großen Maßstab (im Original 1:210 000).

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Die Kenntnis von Brasilien (1633)

 

Im Jahre 1493 erging ein päpstlicher Schiedsspruch, der die Interessensphären Spaniens und Portugals durch eine im Atlantik von Pol zu Pol verlaufende Linie gegen einander abgrenzen sollte. Da die Linie allzu ungenau bezeichnet war, wurde 1494 im Vertrag von Tordesillas eine neue Teilungslinie vereinbart, und zwar sollte diese erheblich weiter westlich liegen. Die Westverlegung hatte Portugal verlangt, aber offenbar nur zur Sicherung seines um Afrika herum nach Indien führenden Seeweges, nicht um einen Anteil am südamerikanischen Festland zu erhalten, von dessen Existenz man ja damals noch nichts wusste. Als jedoch im Jahre 1500 der Portugiese Cabral dieses in etwa 8° 20' s. Br. erreichte, konnte er das Gebiet gemäß dem Vertrag von 1494 für Portugal in Besitz nehmen. In der Annahme, dass es sich um eine Insel handle, nannte er es Ilha da Vera Cruz; daraus wurde bald, als sich die Festlandsnatur erwies, Terra da Santa Cruz, und noch während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts setzte sich der von der Bezeichnung einer Holzart abgeleitete Name Terra do Brazil durch. Diese Karte von 1633 zeigt zwar eine mit vielen Einzelheiten gut wieder gegebene Küstenlinie, aber hinter ihr kaum etwas Reales. Die Bewohner des Inneren sind als Kannibalen gekennzeichnet, worin sich der eigentümliche Hang der Zeit zur Darstellung von Greuelszenen äußert, aber wohl auch das Bestreben, die Christianisierung des Landes zu recht fertigen.

Die Karte, auf welcher Norden rechts ist, erschien 1633 in einem Anhang zum Atlas von Mercator-Hondius. Sie enthält Nebenkarten von Bahia und Recife (Pernambuco), was sich für eine Karte holländischen Ursprungs daraus erklärt, dass zu ihrer Entstehungszeit diese beiden Orte vorübergehend in holländischen Besitz waren.

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Karte von Guayana (1633)

 

Die Küste von Guayana wurde früher als alle anderen Küsten des südamerikanischen Festlandes von europäischen Entdeckern besucht. Schon Columbus hat auf seiner dritten Reise 1498 das Mündungsgebiet des Orinoco erreicht, 1499 erkundete Hojeda den westlichen Teil, 1500 Pinzon den Gesamtverlauf der Küste von Guayana. Viele weitere Reisen anderer ergaben genauere Kenntnis, und so sind auf dieser erst 1633 entstandenen Karte die Küste selbst und der Unterlauf der beiden einmündenden Ströme einigermaßen wirklichkeitsgetreu und auch reich an Einzelheiten dargestellt. Das Innere des Landes jedoch zeigt nur die schematische Andeutung eines Berglandes und dazu als besonders auffallend am Äquator einen riesigen See, den es dort nicht gibt und nie gegeben hat. Die Annahme von der Existenz dieses Sees namens "Parime" geht auf die Suche nach dem sagenhaften Goldlande "Eldorado" zurück, das man ursprünglich im Nordwesten des Kontinents, dann zwischen Orinoco und Amazonas vermutete. Dort erscheint auf vielen Karten des 17. Jahrhunderts und noch auf solchen von Beginn des 18. Jahrhunderts die Hauptstadt "Manoa" des Goldlandes mit dem genannten See.

Diese Karte stammt aus dem von Hondius erweiterten Mercator-Atlas, innerhalb dessen sie zum ersten mal in der französischen Ausgabe 1633 erschien.

 

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Karte von Amerika (1630)

 

Wenn im Jahre 1630 alle bis dahin gewonnenen Kenntnisse von Amerika kartographisch zusammen gefasst wurden, ergab sich, wie diese Abbildung zeigt, ein hinsichtlich der Küstengestalt bereits der Wirklichkeit recht nahe kommendes Kartenbild. Im Inneren der Festlandsgebiete musste die Darstellung im allgemeinen noch ungenau bleiben, und sie enthält dort auch noch Phantasieobjekte wie den "Parime-See" im Bergland von Guayana. Im hohen Norden, wo der Küstenverlauf zwar verzerrt, aber doch schon grundsätzlich richtig dargestellt ist, ist das Innere noch völlig unbekannt. Dies hat den Kartographen veranlasst, dort eine Nebenkarte einzufügen, die den Stand der Entdeckungen im Raume Grönland zeigt. Im Süden dokumentiert eine weitere Nebenkarte die Fortdauer des Glaubens an die Existenz eines riesigen Südpolarkontinents, zu dem freilich auf Grund neuester Entdeckungen das Feuerland nicht mehr gerechnet ist. Die Nebenkarte lässt an dieser Stelle, wie übrigens auch die Hauptkarte, Korrekturen erkennen.

Diese Karte gehört zu dem Werk "Vierzehnder Theil Americanischer Historien" von Matthäus Merian, Hanau 1630. In sehr ähnlicher Form findet sie sich in anderen Werken der Zeit.

 

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Piemont

Karte mit reichem Wappenzierrat
(17. Jahrhundert)

 

Wappen kommen im Schmuckwerk alter Karten sehr häufig vor. Sie sind aber darin gewöhnlich nicht nur ihrer schmückenden Funktion wegen angebracht, sondern sie haben eine reale Bedeutung. Auf Karten aus älterer Zeit stehen vielfach kleine Landeswappen innerhalb des Kartenbildes selbst neben den Landesnamen als Zeichen der politischen Herrschaft, und auf Karten außereuropäischer Gebiete findet man sie häufig auch als Zeichen bloßer Herrschaftsansprüche von Entdeckernationen. Auf Karten geringeren Alters sind Wappen innerhalb des Kartenbildes selten; dafür gibt es bei ihnen Fälle, in denen die Wappen sämtlicher in der Karte vertretenen Gebiete, zu Reihen angeordnet, die Blattränder zieren. Am häufigsten ist es, dass das Wappen desjenigen Landes oder Teilgebietes, das den Gegenstand der betreffenden Karte bildet, entweder in der Titelkartusche hinein komponiert oder auch außerhalb derselben angebracht, die Souveränität veranschaulicht. Bei Karten mit Widmung kommt ferner vielfach auch das Wappen desjenigen vor, dem die Widmung gilt.

Diese Abbildung zeigt eine um 1640 aus der Blaeuschen Offizin hervor gegangene Karte von Piemont, auf welcher die politischen Verhältnisse des aus zahlreichen Territorien bestehenden Gebietes durch zwei Gruppen von Wappen symbolisiert sind. Stark hervor gehoben ist das Wappen des Königreichs Savoyen als das der Landesherrschaft. Unter ihm und in der Gruppe rechts sind in genau dem Range der einzelnen Territorien entsprechender Reihenfolge und durch verschiedenförmige Kronen gekennzeichnet, die Wappen der Fürstentümer, Herzogtümer, Grafschaften u.s.w. angebracht.

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Fürstentum Principato citeriore

Atlaskarte mit Schmuckwerk
im Stil der Spätrenaissance (1640)

 

Als der durch Joost de Hondt (Jodocus Hondius) den Älteren und seine Erben erweiterte, aber inhaltlich kaum weiter entwickelte Atlas des Gerhard Mercator durch die Kartenwerke des Willem Janszoon Blaeu (1573-1638) vom Markt verdrängt wurde, bedeutete dies auch im Schmuck der Atlaskarten einen Wandel des Zeitstils. An die Stelle des starren und kantigen Roll- und Beschlagwerkes, das für die Ornamentik der Flämischen Hochrenaissance charakteristisch gewesen war, traten weichere Formen, die dem Knorpelwerk der Spätrenaissance zu zurechnen sind. Aus Elementen dieser neuen, um 160 entstandenen Formensprache, dazu aus Fruchtgehängen und allegorischen Figuren in stets reizvollen Zusammenstellungen sind die Kartuschen in den Blaeuschen Atlanten gebildet. Besonders schöne Beispiele für dieses Schmuckwerk enthalten die süditalienischen Blätter.

Diese Abbildung zeigt eines dieser Blätter, die erstmals im Jahre 1640 innerhalb des dreibändigen "Theatrum orbis terrarum sive Atlas novus" von den Söhnen des W. J. Blaeu, Joan und Cornelis Blaeu, heraus gegeben wurden. Das Blatt stellt das zum Königreich Neapel gehörende Fürstentum Principato citeriore dar, das etwa dem römischen "Picentinus ager" und der gegenwärtigen Provinz Salerno entspricht.

 

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Karte des Königreichs Valencia (1640)

 

 Im Gegensatz zu den Schöpfern der ältesten Atlanten, nämlich Ortelius, De Jode und Mercator, die Werke von maßvollem Umfang heraus brachten, haben die niederländischen Atlantenverleger des 17. Jahrhunderts sich darum bemüht, ihre Kartenwerke durch die Vielzahl der in ihnen enthaltenen Karten für die Benutzer wertvoll zu machen. In diesem Bestreben, das freilich verteuernd wirkte und damit den Abnehmerkreis der Werke sehr beschränkte, ging am weitesten Joan Blaeu, dessen "Atlas major" von 1662 zwölf Folienbände umfasste. Die Erweiterung des Umfanges geschah durch das Einfügen zahlreicher Spezialkarten. So gab es in dem Blaeuschen Atlas schon in der Ausgabe 1640 allein für die Pyrenäenhalbinsel außer der Gesamtkarte nicht weniger als 13 Karten von Teilgebieten. Eine von diesen zeigt diese Abbildung.

Gegenstand der Karte, auf welcher übrigens Westen oben ist, ist das ehemalige Königreich Valencia, das, an der Mittelmeerküste Spaniens gelegen, ungefähr den jetzigen Provinzen Castellon, Valencia und Alicante entspricht.

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Karte von Nordasien (1640)

 

Im Gegensatz zu Südasien, von dem man in Europa schon im Altertum eine gewisse Kenntnis hatte, blieben die weiten Gebiete des nördlichen und besonders des nordöstlichen Asiens bis in das 17. Jahrhundert hinein nahezu unbekannt. Es ist bezeichnend, dass der große italienische Kartograph Gastaldi, der in den Jahren 1559-61 eine Karte von Asien in drei Blättern lieferte, ein viertes Blatt, das den Nordosten hätte darstellen müssen, nicht ausgeführt hat. In Gesamtkarten von Asien, die in der Folgezeit entstanden, konnte der Nordosten zwar nicht übergangen werden, aber seine Darstellung blieb schematisch und grob fehlerhaft. Entsprechend dieser Quellenanlage zeigte diese Karte von Nordasien, die einem Atlas von 1640 entnommen ist, in ihrem westlichen Teil ein zwar verzerrtes, aber doch vieles Tatsächliche enthaltendes Bild, während im östlichen Teil eine Beziehung zur Wirklichkeit kaum zu erkennen ist.

Der Autor dieser Karte, W. J. Blaeu (1571-1638), hat bereits im Jahre 1608 eine Gesamtkarte von Asien in zwei Blättern veröffentlicht. Auf ihrer Grundlage schuf er für sein zuerst 1635 erschienenes Kartenwerk "Theatrum orbis terrarum sive Atlas novus" neun Teilkarten des Erdteils. Um eine davon handelt es sich bei dieser Abbildung.

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Karte der Balearen und Pityusen (1642)

 

Die Küstenlinien des Mittelmeeres sind schon in sehr früher Zeit mit großer Genauigkeit kartographisch dargestellt worden. Das geschah auf Grund jahrhunderte langer seemännischer Erfahrungen, die ursprünglich nur in geschriebenen Segelanweisungen, später auch in Karten zusammen gefasst wurden. Im Mittelalter, besonders im 14. Jahrhundert, war die Insel Mallorca ein Zentrum dieser berufsmäßig betriebenen, auf die Darstellung der Küstenlinien spezialisierten Kartographie. So ist es sehr erklärlich, dass die Gruppe der Balearen und insbesondere ihre Hauptinsel Mallorca auf den Karten frühzeitig in einigermaßen richtiger Küstengestalt erscheinen. Aber vernachlässigt blieb noch lange die Darstellung der Oberflächenformen, wie dies diese im 17. Jahrhundert entstandene Karte zeigt. Auf ihr ist ganz Mallorca schematisch als gebirgig dargestellt, während es leicht gewesen wäre, die beiden Randgebirge im Nordwesten und Südosten von der Ebene im Mittelteil zu unter scheiden.

Die Karte, deren Stich E. S. Hamersvelt (1591- nach 1648) ausgeführt hat, erschien mit geringen Änderungen in den von W. J. Blaeu, später von J. Blaeu zwischen 1630 und 1672 heraus gegeben Kartenwerke.

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Karte mit eingefügtem barockem Schmuckwerk
(zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)

 

Etwa von der Mitte des 17. Jahrhunderts an trat bei den Verlegern der in den Niederlanden erscheinenden Kartenwerke das geschäftliche Interesse in den Vordergrund. Wie sie sich im allgemeinen zu wenig um die inhaltliche Vervollkommnung der Atlanten bemühten, so waren sie bestrebt, auch für die künstlerische Ausgestaltung der in ihnen enthaltenen Karten nicht mehr als nötig auf zu wenden. Da der Zeitgeschmack ein gewisses Maß von Ausschmückung verlangte, wurden zwar einige schmückende Elemente auf den Karten angebracht, aber die Kosten eines künstlerischen Gesamtentwurfs wurden gespart. In dem hier als Beispiel abgebildeten Kartenausschnitten sind die offenbar nicht eigens entworfenen, sondern nach Vorlagen gestochenen Schiffe und Figuren willkürlich auf die Meersflächen verteilt. Besonders lässt sich aber das nur Handwerkliche des Vorgehens an der Art zeigen, in welcher auch ornamentale Schrift zur Ausschmückung angewandt worden ist. Die durch Verschnörkelung zu einem flächenhaften Ornament ausgestaltete dreizeilige Inschrift "Mare di Sardegna", deren Schnörkel übrigens in barocker Übersteigerung besserer älterer Vorbilder die Lesbarkeit der Inschrift ernstlich in Frage stellen, steht im Gegensatz zu den schlicht ausgeführten anderen Meeresnamen und erweist sich damit als eine äußerliche Zutat.

Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt der Karte "Nova Italiae tabula" aus einem Atlas des Amsterdamer Kupferstechers und Verlegers Frederik de Wit des Älteren (1616-1689).

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Raum zwischen Asien und Australien auf einer
englischen Seekarte (etwa 1670)

 

 Die in dieser Abbildung gezeigte, um 1670 entstandene Seekarte, auf welcher Osten oben ist, umfasst neben Gebieten, deren Entdeckung damals schon lange zurück lag, auch solche, die erst seit kurzem bekannt waren. Mit verhältnismäßig geringen Fehlern dargestellt ist neben der Festlandsküste Asiens die Inselwelt des Malaiischen Archipels, die bereits im Beginn des 16. Jahrhunderts entdeckt und deren Kenntnis in der Folgezeit durch Aktivität der in diesem Raume rivalisierenden Seemächte, anfangs der Portugiesen und Spanier, später auch der Holländer, gefördert wurde. Gelungen ist auch die Darstellung der von den Spaniern bei und nach der Besitznahme gründlich erkundeten Philippinen. Grob verfehlt ist dagegen die Gestalt Japans, das den Europäern bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts verschlossen blieb und daher nicht erkundet werden konnte. Schematisch geblieben ist die Darstellung von Neuguinea, dessen Inselnatur dem Kartographen noch unbekannt sein musste, da die Spanier die schon 1606 gelungene Durchquerung der Torresstraße geheim hielten. Australien endlich, mit noch unvollständiger Küstenlinie, wird durch die Bezeichnung "Hollandia Nova" und durch zahlreiche Erläuterungen als neuestes Entdeckungsgebiet der Holländer gekennzeichnet.

John Seller, aus dessen Seeatlas "Atlas maritimus" die Karte stammt, war der erste Herausgeber von Seekarten in England. - Die Abbildung eines Schiffes mit Rädern deutet auf die den Chinesen zu geschriebene Erfindung derartiger amphibischer Fahrzeuge hin.

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Karte der Insel Jan Mayen (etwa 1693)

 

Die Entdeckungsgeschichte der im Europäischen Nordmeer zwischen Island und Spitzbergen gelegenen kleinen Insel Jan Mayen ist in ihren Anfängen nicht bekannt. Möglicher weise wurde die Insel schon im 12. Jahrhundert von normannischen Seefahrern oder russischen Fischern gesichtet und betreten. Die älteste Quelle, die für einen Besuch auf ihr schon ein bestimmtes Jahr nennt, nämlich 1285, ist noch recht unsicher. Erst aus dem 17. Jahrhundert, in dem die reichen Wal- und Robbengründe des Nordmeeres viele Fangschiffe aus westeuropäischen Ländern, besonders aus Holland und England, dorthin lockten, liegen einigermaßen verlässliche Berichte vor. Wahrscheinlich hat schon Henry Hudson auf seiner ersten Reise 1607 die Insel gesehen. Er nannte sie "Hudson's Touches", ein Name, den sie in vielen englischen Berichten bis zum Ende des 17. Jahrhunderts behielt. Bei einer im Jahre 1611 von Thomas Marmaduke aus Hull gesichteten Insel scheint es sich ebenfalls um Jan Mayen gehandelt zu haben, und auch der von ihm eingeführte Name "Trinity Island" begegnet vielfach in englischen Berichten der folgenden Zeit. Im Jahre 1612 behauptete ein französischer Walfänger. Jan Vrolicq, der Entdecker der Insel zu sein, die er "Isle de Richelieu" nannte. Ihren jetzigen Namen erhielt die Insel, als sie im Jahre 1614 von einem holländischen Schiff aus gesichtet wurde, und zwar nach dem Kapitän dieses Schiffes, Jan Jacobzoon May.

In den Kartenwerken des 17. Jahrhunderts wurde die kleine Insel - sie ist nur etwa 50 km lang und an der schmalsten Stelle nur etwa 3 km breit - in sehr großem Maßstab dargestellt, und der in ihrem Nordteil gelegene Beerenberg, ein Vulkan von 2277m Höhe, wurde bildlich hervor gehoben. Ein Beispiel dafür ist die hier abgebildete Karte von Vincenzo Coronelli (1650-1718), die ungefähr aus dem Jahre 1693 stammt.

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Karte von Griechenland (um 1778)

 

Mit seiner verwirrenden Vielzahl von Inseln und Halbinseln bot der Raum Griechenlands und des Ägäischen Meeres für seine Kartographie, die noch keine systematischen Aufnahmen als Grundlage kannte, eine schwierige Aufgabe. Und doch konnte schon Ptolemäus, der um 150 u. Z. das Material zu einem Erdbild zusammen trug, für diesen Raum Daten angeben, die zum Entwurf einer verhältnismäßig guten Karte ausreichten. Berichtigt und ausgestaltet wurde das ptolemäische Kartenbild Griechenlands um 1550 durch Arbeiten des großen italienischen Kartographen Gastaldi und des in Italien tätigen Griechen Sophianos. Weitere Verbesserungen wurden durch die Einbeziehung Griechenlands in das Osmanische Reich erschwert, aber gegen Ende des 17. Jahrhunderts hat nochmals ein Italiener, Vincenzo Coronelli aus Venedig, die Karte Griechenlands und besonders der Ägäis wesentlich vervollkommnet. Aus diesen Tatsachen und daraus, dass die Republik Venedig zeitweise Besitzungen in Griechenland hatte, erklärt es sich, dass auf Karten dieses Landes noch lange für Inseln und Meeresteile italienische Namen beibehalten wurden.

Dies betrifft auch auf diese Karte zu, die einem der Atlanten von T. C. Lotter (1717-77) entnommen ist.

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Karte des nördlichen Sternhimmels (1661)

 

Frühzeitig haben die Menschen auffallende Gruppen von Fixsternen sich zu Figuren zu sammen gefasst gedacht, denen sie Namen gaben und mythische Bedeutung beilegten. Diese auf uralte Überlieferung zurück gehenden Sternbilder wurden, soweit es sich um die in Europa und im Mittelmeergebiet sichtbaren Teile des Himmels handelt, um 150 u. Z. von Ptolemäus aus Alexandria systematisch zusammen gestellt und sind seit dem im wesentlichen bei behalten worden. Während jedoch auf modernen Sternkarten nur noch ihre Namen als Orientierungsmittel dienen, haben schmuckfreudige Zeiten der Vergangenheit in ihren Karten die Gestalten der Tiere, Fabelwesen und mythischen Personen gern betont. So erscheinen in der hier abgebildeten Karte aus dem Barock, die nach Art der Himmelsgloben spiegelbildlich entworfen ist, die Sterne selbst geradezu als nebensächlich. Übrigens zeigt diese Karte inmitten der antiken Sternbilder als Beispiel für die Versuche späterer Astronomen zur Einführung neuer Sternbilder die von Hewel (1611-87) vorgeschlagenen "Giraffe".

Die Karte ist enthalten in dem Werk "Harmonia macrocosmica" von Andreas Cellarius, Amsterdam 1661.

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