Geschichte der Kartographie (II)

 

Kartographie im Mittelalter

Die düstere Zeit des Mittelalters lag über Europa. Die arabischen Heiden, ihr Wissen und ihre Bücher waren auf den Scheiterhaufen der christlichen Inquisition gelandet oder geflüchtet. Aberglauben, Unwissenheit, Intoleranz und Ignoranz spiegelte sich auch in der Weltdarstellung.

 

Obwohl es in der Bibel keinen Hinweis auf eine Scheibenform der Erde gibt (aber auch nicht auf die Kugelform) wurde diese vor-ptolemäische, durch die frühe Seefahrt der Griechen, Phönizier und Araber schon widerlegte Scheibentheorie aufgegriffen und von der katholischen Kirche bis ins späte Mittelalter zäh verteidigt. Galileo Galilei (15.2.1564 - 8.1.1642) mit seinem heliozentrischem Weltbild des Kopernikus war ein berühmtes Opfer der Inquisition, letztlich wegen seines Ausrufs:

"Eppur si muove"
(und Sie bewegt sich doch)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Karten im Mittelalter entstanden meist durch Reisende, Kaufleute, Vertreter der Kirche oder Militärs. Nikolaus Cusanus (1401 - 1464) war als Abgesandter der Kirche oft im Dienste des Papstes in ganz Europa unterwegs, mit Jakobsstab und Torquetum (Türkengerät, Vorläufer des Theodoliten). Für seine Zeit war er sehr gebildet (Theologe, Rechts- und Naturwissenschaftler, Philosoph etc.) und mit der Kartographie des Ptolemäus und den Portulankarten vertraut. Da er sich auch mit diversen Druckverfahren auskannte, ließ er im Hochstift Eichstädt eine Deutschlandkarte drucken.

 

 

 

 

 

 

Zurück