Karten zur Geschichte Bayerns

 

 

Huldigungsumritt Heinrichs II. (HEII-LA-2002-01)
Ohne Titel (WINT-LA-2003-06)
Die politische Situation in Europa um 1610 (WINT-LA-2003-01)
Konfessionsverteilung in Europa zur Zeit Friedrichs V. (um 1618) (WINT-LA-2003-02)
Sprachen im Reich (HEII-LA-2002-15)



Huldigungsumritt Heinrichs II. (HEII-LA-2002-01)

Quelle: Kaiser Heinrich II., Landesausstellung 2002
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte; Entwurf Sabine Berger, Ebersberg
Beschreibung:  Für die Geschichtsschreiber der Jahrtausendwende war das Reich schwer fassbar. Es besaß keine fest umrissenen Grenzen und lieh sich seinen Namen "regnum" von der Herrschaft eines gemeinsamen Königs. Der Begriff "regnum" meinte zunächst allgemein "Herrschaft, Herrschaftsbereich, Königtum". Erst die Person des "rex", des Herrschers, und seine Gegenwart machten dieses Reich erfahrbar: Heerzüge und Hoftage, persönliche Kontakte über die verschiedenen Reichsteile hinweg und vor allem das ständige Bereisen des Herrschaftsraums schufen trotz der großen Distanzen und der mühsamen Fortbewegungsmöglichkeiten einen gemeinsamen Horizont und eine gemeinsame Handlungsebene für die Großen, die mit dem König unterwegs waren. In diesem permanenten Umritt lag eine der großen Leistungen Kaiser Heinrichs II. für die Integration des Reichs. Auch in seiner Herzogszeit war Heinrich in diesem Reich unterwegs gewesen - von der Ausbildung in Hildesheim bis zu seiner Teilnahme an den Romzügen Ottos III. Nach seiner Krönung dehnte Heinrich das Reisekönigtum systematisch aus. Seine Urkunden dokumentieren, wer den König aufsuchte und wo er in seinem Siegelbild dauerhaft gegenwärtig blieb. Dem Krönungsumritt von 1002 folgte ein Kirchenumritt und eine unablässige Reisetätigkeit.

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Ohne Titel (WINT-LA-2003-06)

Quelle: Der Winterkönig, Landesausstellung 2003
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte
Beschreibung:  folgt in Kürze ...

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Die politische Situation in Europa um 1610 (WINT-LA-2003-01)

Quelle: Der Winterkönig, Landesausstellung 2003
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte; Entwurf: Peter Wolf / Stefan Lippold; Umsetzung: Würth & Winderoll
Beschreibung:  Das politische Europa bestand zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus Einheiten verschiedener Größe, deren Einflussbereiche sich teilweise durchdrangen. Die Bildung moderner Staaten aus Flächenländern mittlerer Größe wie Frankreich oder Großbritannien setzte sich im westlichen und nördlichen Europa fort. Daneben lebten mit dem Heiligen Römischen Reich aber auch übergeordnete Strukturen mit universalem Anspruch fort. Dynastische Verbindungen wie etwa die Herrschaft des Hauses Habsburg in Spanien und in den österreichischen Ländern bestimmten überdies die Politik.
Das Zentrum Europas wurde bestimmt vom Heiligen Römischen Reich in seiner gewaltigen Ausdehnung von der Nord- und Ostseeküste bis nach Oberitalien, von den Niederlanden und Savoyen bis nach Brandenburg, Böhmen und Mähren. Dieses Reich hatte sich aus einer im hohen Mittelalter christlich geprägten, universalen Erbmonarchie entwickelt. In dieser Großeinheit war immer die politische Vielfalt mitgedacht: Es konkurrierten hier Rechte, Würden, Ansprüche und spätestens seit der Reformation des 16. Jahrhunderts unterschiedliche Konfessionen. Der Schwerpunkt des „Reichs“ lag in Oberdeutschland mit seiner charakteristischen Vielfalt mittelgroßer bis kleinster Herrschaftseinheiten. Die hierarchisch – nach dem Muster des Lehenssystems – gegliederte Struktur des Reichs wies den einzelnen Reichsständen einen festen Platz zu, der freilich nicht unbedingt mit der realen Macht eines solchen Reichsstands übereinstimmen musste. So übten die drei geistlichen Kurfürsten, die Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier, zwar das wertvolle Recht der Kaiserwahl aus, besaßen aber nur verhältnismäßig kleine Territorien und begrenzte Machtmittel. Auch der vornehmste weltliche Kurfürst, der Pfälzer, herrschte nur über zwei vergleichbar kleine Territorien: die Kurpfalz am Rhein um die Residenz Heidelberg und die Obere Pfalz auf dem alten bayerischen Nordgau. Das größere und territorial weit gehend geschlossene Herzogtum Bayern konnte sich zwar seit Beginn des 17. Jahrhunderts neben den Habsburgern als katholische Vormacht etablieren, gehörte aber nur zum großen Kreis der Reichsfürstentümer, nicht zu den Kaiserwählern.
Seit dem 15. Jahrhundert stellte das Haus Habsburg alle Kaiser des Reichs. Die „Casa d’ Austria“ spannte ihren Herrschaftsanspruch aber weit über die engen Grenzen der Reichsverfassung hinaus zum Weltreich. Habsburg herrschte in Spanien (seit 1580 auch in Personalunion in Portugal), damit in den wertvollen überseeischen Kolonien, in Teilen Italiens, in Burgund und in den spanischen Niederlanden. Innerhalb der Reichsgrenzen gehörte Vorder- und Innerösterreich mit Krain und Steiermark sowie das riesige Königreich Böhmen (bestehend aus Böhmen, Mähren, Schlesien, der Ober- und der Niederlausitz) zum habsburgischen Machtbereich. Freilich war dieses Weltreich alles andere als unumstritten. So hatten sich 1581 die „Generalstaaten“ der Niederlande für unabhängig erklärt und konnten sich im Lauf der nächsten Jahrzehnte mit Erfolg von Habsburg und aus dem Reichsverband separieren. Angesichts der wirtschaftlichen Potenz der Niederlande bedeutete dies einen schweren Verlust für Habsburg.
Die größten Konfliktherde Europas im 16. Jahrhundert lagen bei der stets drohenden Gefahr durch das expansive Osmanische Reich auf dem Balkan und in Ungarn, dem latenten und immer wieder aufflammenden habsburgisch-französischen Gegensatz und seit Ende des 16. Jahrhunderts auch beim niederländischen Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien. Spanien hatte mit dem Untergang seiner Armada im Krieg gegen England (1588), dem Frieden mit Frankreich (1598) und dem Waffenstillstand mit den abgefallenen Niederlanden (1609, für 12 Jahre) schwere politische, militärische und wirtschaftliche Einbußen erlitten, blieb aber nach wie vor eine Vormacht in Europa.
In Frankreich hatte sich die Monarchie nach den Glaubenskämpfen des 16. Jahrhunderts und dem Kampf um die Thronfolge konsolidiert. Mit dem Edikt von Nantes (1598) blieb Frankreich zwar eine katholische Monarchie, gewährte aber einer großen Zahl von Hugenotten Gewissensfreiheit. In Konkurrenz zu Habsburg wurden Pläne zu einer europäischen Friedensordnung unter französischem Vorzeichen entwickelt, sodass eine grundlegende Auseinandersetzung in Europa bevorzustehen schien. Diese kriegerische Konfrontation zwischen Frankreich und dem Kaiser wurde nur „vertagt“, als 1610 König Heinrich IV. einem Attentat zum Opfer fiel.
Früher als Frankreich entwickelte sich England zu einem zentral gelenkten Flächenstaat. Seit 1603 wurde das Königreich Schottland in Personalunion mit England regiert; der gemeinsame König war Jakob I., Vater von Elizabeth, der späteren Frau Friedrichs V. Jakobs Regierung stützte sich vor allem auf die anglikanische Kirche. Der König war mit Anna von Dänemark verheiratet; durch die Heirat Elizabeths mit Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz entstand nicht nur eine dynastische Verbindung mit dem kalvinistischen Führer der protestantischen Union im Reich, sondern auch mit der Familie der Statthalter in den reformierten Niederlanden.
Der Norden und der Osten Europas waren ebenfalls seit dem 16. Jahrhundert der protestantischen Konfession zuzurechnen. Seit 1380 mit Norwegen vereint, konkurrierte das Königreich Dänemark unter König Christian IV. mit Schweden um die Vorherrschaft in Skandinavien. Diese Konkurrenz führte später dazu, dass die beiden protestantischen skandinavischen Könige das katholische Kaisertum im Dreißigjährigen Krieg nicht gleichzeitig, sondern nacheinander angriffen. Das räumlich stark eingegrenzte und bevölkerungsarme Schweden wurde seit dem 16. Jahrhundert vom protestantischen Zweig des Hauses Wasa regiert und zur schlagkräftigen Militärmacht entwickelt. Seit 1611 herrschte hier König Gustav Adolf, der das große Ziel der schwedischen Ostseeherrschaft verwirklichte. Der katholische Zweig des Hauses Wasa regierte in Polen.
Russland hatte zu Beginn des 17. Jahrhunderts seine „Zeit der Wirren“, das heißt der blutigen Thronkämpfe, erlebt. Im Jahr 1613 erlangte das Haus Romanov den Zarenthron. Das Osmanische Reich schließlich sah sich an seinen langen Grenzen immer neuen Konflikten ausgesetzt. Der 1606 geschlossene Friede von Zsitva-Torok bekräftigte den Status quo im Kampf gegen Österreich und führte zu einer langen Friedensphase in den „Türkenkriegen“.
Diese einzelnen europäischen Mächte wirkten auch auf das Heilige Römische Reich ein. So stand das österreichische Kaiserhaus an der Seite des katholischen Spanien. Der Papst hatte Einfluss durch die Reichskirche, aber auch durch die weltlichen katholischen Reichsfürsten wie Maximilian I. von Bayern. Angesichts dieses dominierenden katholischen Machtblocks sahen sich viele protestantische Fürsten in der Defensive. Seit dem gescheiterten Reichstag von 1608 entstanden im Reich zwei gegeneinander gerichtete Konfessionsbündnisse: die protestantische Union unter kurpfälzischer Leitung (1608) und die katholische Liga unter Herzog Maximilian von Bayern (1609). Die Union war durch Verträge mit England (1609) und den Niederlanden (1613) sowie durch Absprachen mit Frankreich, Savoyen und Schweden verbunden. Doch keines der Konfessionsbündnisse einigte alle Stände der jeweiligen Seite. So blieb etwa Kursachsen lange Zeit kaisertreu. Als besonders gefährlich für den Bestand des Reichs erwies es sich, dass seine Institutionen zur Wahrung von Frieden und Recht den auseinander strebenden Kräften nicht gewachsen waren. Die konfessionellen Streitigkeiten hatten nämlich seit Ende des 16. Jahrhunderts fast alle wichtigen Reichsinstitutionen, so das Reichskammergericht und seit 1608 den Reichstag, faktisch blockiert. Angesichts des im politischen Europa aufgestauten hohen Konfliktpotenzials sollte sich dies verhängnisvoll auswirken.

Text: Peter Wolf

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Konfessionsverteilung in Europa zur Zeit Friedrichs V. (um 1618) (WINT-LA-2003-02)

Quelle: Der Winterkönig, Landesausstellung 2003
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte; Entwurf: Stephan Lippold; Ausführung: Würth & Winderoll
Beschreibung:  Kurztext:
Im Reformationszeitalter bildeten sich drei große Konfessionen heraus – die Katholiken, die Lutheraner und die Kalvinisten bzw. Reformierten. Der Konflikt zwischen diesen Konfessionen spitzte sich vor allem seit den 1580er Jahren immer mehr zu. Im Heiligen Römischen Reich entstanden mit der von der Kurpfalz angeführten protestantischen Union (1608) und der unter dem bayerischen Oberbefehl stehenden katholischen Liga (1609) zwei konfessionelle militärische Machtbündnisse.

Ausführliche Information:
Als „gesellschaftlicher Fundamentalprozess“ erfasste die Konfessionalisierung des 16. und 17. Jahrhunderts nahezu alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens und veränderte diese tief greifend. Nach der „Initialzündung“ der Veröffentlichung der Thesen Luthers am 31. Oktober 1517 spaltete sich die Kirche. Unter der Vielzahl der Gruppierungen kam den drei großen Konfessionen, den Lutheranern, Katholiken und Kalvinisten bzw. Reformierten, eine herausragende Rolle zu. Mit dem Prinzip des „cuius regio, eius religio“ (der Landesherr bestimmt die Religion seiner Untertanen) versuchte man im Augsburger Religionsfrieden von 1555 – der allerdings nur die Katholiken und die Lutheraner, nicht aber die Kalvinisten umfasste - zu einer friedlichen Lösung zu kommen. Doch spitzte sich der Konflikt zwischen den Konfessionen vor allem seit den 1580er- Jahren im Zuge der „Zweiten Reformation“ weiter zu. Viele sahen die Zeit eines eschatologischen Endkampfes zwischen Licht und Dunkelheit gekommen. Es bildete sich ein dualistisches System von protestantischen und katholischen Mächten heraus. Im Heiligen Römischen Reich entstanden 1608 (protestantische Union) bzw. 1609 (katholische Liga) zwei konfessionelle militärische Machtblöcke, wobei diese allerdings nicht alle Stände der jeweiligen Seite einigten. Die Konfrontation der konfessionspolitischen Lager und die damit verbundene Lähmung der Rechtsinstitutionen des Reiches trug maßgeblich zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges bei, der aber zu einem nicht unerheblichen Teil auch durch machtpolitische und wirtschaftliche Interessen bedingt war. So zeigen Beispiele wie die Konfrontation der katholischen Mächte Frankreich und Spanien oder der Gegensatz der protestantischen Mächte Dänemark und Schweden, dass der konfessionelle Gegensatz oft von machtpolitischen Interessen überlagert war. Konfessionssolidarität und Staatsinteressen gingen nie ganz konform.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ergibt sich für Europa unter Vernachlässigung von mehr oder weniger starken Minderheiten bzw. nicht dominierenden Gruppierungen folgende konfessionelle Prägung der Staaten: Protestantisch waren Norwegen, Schweden, Dänemark und die nördlichen Niederlande („Generalstaaten“), katholisch waren Spanien, Frankreich, die südlichen „spanischen“ Niederlande und die österreichischen Erblande. England ist mit seiner Sonderform der anglikanischen Staatskirche den protestantischen Mächten zuzuordnen.
Das Heilige Römische Reich war in einen protestantischen Norden und einen eher katholischen Süden geteilt. Im Norden waren die katholischen Bistümer von protestantischen Territorien eingekreist und wurden vielfach nach und nach in die weltlichen protestantischen Gebiete integriert. In der Mitte Deutschlands lagen mit den Erzbistümern Köln, Mainz und Trier die wichtigsten katholischen Territorien.
Zusammen mit dem habsburgischen König von Böhmen hatten die Erzbischöfe im Kurkollegium eine katholische Mehrheit von vier Sitzen gegenüber den drei protestantischen Kurfürsten. Im Süden bildete Bayern die katholische Bastion.
Einen Sonderfall stellte Böhmen dar, wo zwar die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung protestantisch, das Herrscherhaus jedoch katholisch war. Dieser Gegensatz war 1618 eine der zentralen Ursachen des böhmischen Ständeaufstandes, mit dem der Dreißigjährige Krieg begann.

Text: Stephan Lippold
 


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Sprachen im Reich (HEII-LA-2002-15)

Quelle: Kaiser Heinrich II., Landesausstellung 2002
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte; Entwurf: Sabine Berger; Ausführung: Gruppe Gut Graphics, Bozen. 
Beschreibung: 

Das Reichsgebiet zur Zeit Heinrichs II. umfasste Gebiete verschiedener Sprachen. Freilich ist uns die sprachliche Wirklichkeit dieser Zeit nur indirekt zugänglich. Denn wir verfügen nur über geschriebene Zeugnisse - und geschrieben wurde vorwiegend in Latein, der Schriftsprache West- und Mitteleuropas bis ins Hochmittelalter und weit darüber hinaus. In ottonischer Zeit ist die gesamte Schriftlichkeit des Rechtswesens und der Verwaltung, der Wissenschaft und der Literatur lateinisch. Das zeigen die Urkunden Heinrichs II. ebenso wie die Chronik Bischof Thietmars von Merseburg. Latein wurde auch mündlich verwendet, vor allem im kirchlichen Bereich. Daneben existierten die gesprochenen Vorstufen der heutigen Sprachen, die im Gegensatz zur Bildungssprache Latein als Volkssprachen bezeichnet werden.

Unser Wissen über die Volkssprachen im 10. und 11. Jahrhundert beruht auf vorsichtigen Rückschlüssen aus heutigen Sprachverhältnissen, vor allem aber auf schriftlichen Zeugnissen aus der Zeit selbst. Wenn Otto II. im Jahr 973 Ort und Gebiet Bamberg dem Bayernherzog überträgt, muss er natürlich in der lateinischen Urkunde den volkssprachigen Namen der Siedlung Bamberg verwenden. In derartigen Zusammenhängen sind aus dem Reichsgebiet insgesamt ziemlich viele Namen überliefert. Manchmal werden in den lateinischen Texten auch volkssprachige Wörter verwendet, um bestimmte Sachverhalte zu bezeichnen, für die es vielleicht keine genau passenden lateinischen Wörter gab. Schließlich wurden lateinische Texte mit Worterklärungen in der Volkssprache versehen, so genannten Glossen, oder auch ganz in die Volkssprache übersetzt. Auch einzelne dichterische Texte sind überliefert. Insgesamt ist der Bestand für die Zeit am Ende des 10. und Anfang des 11. Jahrhunderts jedoch recht begrenzt.

Im Westen und Süden ging das Reichsgebiet über die heutige germanisch-romanische Sprachgrenze hinaus und schloss Gebiete ein, in denen Vorstufen des Französischen und Italienischen sowie der alpenromanischen Sprachen gesprochen wurden. Dazu gehörte auch eine länger existierende romanische Sprachinsel an der mittleren Mosel. Diese sprachlichen Verhältnisse sind so gut wie ausschließlich aus Namen erschlossen.

Von Holstein bis Kärnten reichte das slawische Sprachgebiet mit verschiedenen west- bzw. südslawischen Sprachen in das Reich hinein. Neben den noch heute existierenden Sprachen Sorbisch, Tschechisch und Slowenisch ist mit weiteren, heute ausgestorbenen Sprachen zu rechnen. Auch für diese slawischen Sprachen sind die früheren Geltungsgebiete nur aus Namen zu erkennen.

Auf dem Gebiet des Reichs Heinrichs II. werden heute die germanischen Sprachen Friesisch, Niederländisch und Deutsch gesprochen. Für die Zeit um 1000 sind ihre entsprechenden Vorstufen anzusetzen. Das Altniederländische ist in der frühen Zeit nur in sehr spärlichen Zeugnissen fassbar, das Altfriesische sogar erst seit dem 13. Jahrhundert. Besser bekannt sind das Altsächsische, die Sprache des sächsischen Stammesgebiets, und das Althochdeutsche.

Heute existieren neben der geschriebenen und gesprochenen deutschen Standardsprache die gesprochenen Dialekte. Die Standardsprache hat sich erst im Lauf der Neuzeit entwickelt. Wenn im Mittelalter deutsch geschrieben wurde, erscheinen regionale Formen der Sprache. Althochdeutsch - wie die Überlieferung bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts genannt wird - meint also eigentlich Altbairisch, Altalemannisch und Altfränkisch.

Quelle: Bergmann, Rolf , in: Kirmeier, Josef / Schneidmüller, Bernd / Weinfurter, Stefan / Brockhoff, Evamaria (Hrsg.), Kaiser Heinrich II. 1002-1024, Augsburg 2002, S. 253-254.


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