Samurai

Der Weg des Kriegers

Beeindruckend sind sie heute noch: die furcht erregenden Rüstungen der Samurai. Aus glänzendem Leder mit lackierten Stahlstreifen, eisenverstärkten Schienen und Kettenpanzer, einen schweren Eisenhelm auf dem Kopf, daran befestigt der Eisenkragen und eine Helmzier, einem Geweih ähnlich, aus Kupfer. Die Gesichtsmaske bedeckte Stirn und Wangen oder sogar die Wangen, Kinn und Nase. Darauf wurden Bärte aus Eberhaar befestigt - grimmiger kann man wohl nicht mehr aussehen.

Mit dem Bogen, dem Kurzschwert und einem oder auch zwei Schwertern kämpften sie für ihren Lehnsherrn, den Daimyo. Ihm waren sie zu absoluter Loyalität verpflichtet. Getreu ihrem Namen Samurai - "die Dienenden", waren sie immer bereit, für ihren Herrn im Kampf zu sterben - oder sich selber umzubringen, um nicht in Gefangenschaft zu geraten oder um die eigene Ehre nach unwürdigem Handeln wieder herzustellen.

Diese rituelle Selbstentleibung, Seppuku (oder Harakiri), genannt, war die Spitze des ihnen eigenen Ehrenkodex, der in späteren Zeiten Bushido, "Weg des Kriegers" genannt wurde. Der Kodex forderte in drei Schlagwörtern zusammengefasst: absolute körperliche Disziplin, absolute Pflichterfüllung, absoluten Mut.

Hundert Jahre Kampf

Der erste Mongoleneinfall 1281 brachte in der Samuraikaste einiges in Bewegung. War eine Schlacht bisher eine Abfolgen von Zweikämpfen zwischen Gleichrangigen, wurden die Krieger nun mit Formationskampf, Distanzwaffen wie Brandkugeln von Katapulten und "Massenvernichtungswaffen", wie dem Giftpfeilregen konfrontiert.

Die Schlachten wurden mehr als bisher ein Mittel der "Politik mit andern Mitteln". Und dieses Mittel wurde von den Daimyo mehr und mehr eingesetzt, gipfelnd im Sengoku Jidai, dem "Zeitalter der Kämpfenden Provinzen".

Infolge eines Erbfolgestreites zersplitterte Japan nach 1467 in viele unabhängige Herrschaftsbereiche. Mehrere der Daimyo träumten davon, Japan wieder zu einen und machen doch nur ihre eigenen Gesetze und schickten ihr Samuraigefolge in den Kampf. Der oben beschriebene Oda Nobunaga liefert das Motto dazu, er schrieb es auf sein Siegel: "tenka-fubu", "beherrsche das Reich durch Gewalt.
 

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Kapuziner

 

Der zu Beginn des 16.Jhdts. gegründete Kapuzinerorden gehört zu den großen Bettelorden, die sich auf die Regel des hl. Franz von Assisi berufen.
Die Kapuziner - lateinisch "Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum" - sind ein selbstständiger Zweig des Franziskanerordens. Sie entstanden als Reformgruppe, wurden 1528 durch Papst Clemens VII. anerkannt und verpflichten sich zu noch radikalerer Armut.
    
Ihr Schwerpunkt auf Seelsorge und Predigt prädestinierte sie für die Missionsarbeit der Gegenreformation, was für Kaiserin Anna der Hauptgrund war, den Orden in Wien anzusiedeln.
In zweiter Linie stellte sie die Patres in den Dienst des kaiserlichen Totengedächtnisses und der Pflege der für sie bestimmten Grabstätte.
Dem jeweiligen an der Spitze des Klosters stehenden Pater Guardian wurden drei Brüder als Grabwächter bzw. Gruftverwalter zur Seite gestellt.
Ursprünglich sollte die Klostergemeinde täglich nur am Grab des Stifterpaares beten. Mit der Umwidmung der Gruft in ein "dynastisches Erbbegräbnis" und der damit verbundenen Vergrößerung wurden oft über den ganzen Tag verteilt Messen gelesen.
Bei Hofbegräbnissen waren die Patres für die gesamte Organisation und Durchführung verantwortlich.
Die heutige Aufgabe der Kapuziner besteht neben ihrem Ordensauftrag u.a. in der Erhaltung der Gruft, dem Lesen von Gedenkmessen und der Betreuung der Besucher.

Kapuziner leben als "gemäßigte Eremiten", die sich der wortgetreuen Einhaltung der von  Franz von Assisi aufgestellten Ordensregel verpflichten. Ein seelsorglicher Schwerpunkt ist ihr sehr volksnahes Apostolat, das sich vor allem in feurigen und dramatischen Bußpredigten äußerte, daher der Ausdruck "Kapuzinerpredigt". Ihre Beliebtheit unter den Katholiken verdanken die Kapuziner vor allem auch ihrem Engagement für Arme und Notleidende, Obdachlose und Kranke.

Kapuziner tragen häufig einen Bart und einen braunen Habit, mit Strick gegürtet und eine Kapuze, daher ihr Name

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Tempelritter

Der Orden der Tempelritter war von Beginn an eine rein militärische Brüderschaft, die in Konkurrenz zu den Johannitern gegründet worden ist. Ihre ursprüngliche Aufgabe, die Pilgerwege von Räubern frei zu halten, wurde bald auf ganz Palästina ausgedehnt. Mit ihrem stehenden, gut organisiertem Heer kämpften die Ritter mit erbarmungsloser Härte gegen die moslemischen Feinde. Der heilige Bernhard von Clairvaux schrieb auf Bitten König Balduins II. eine außergewöhnliche Regel. Darin heißt es: "Der Christ, der den Ungläubigen im Heiligen Krieg tötet, ist seines Lohnes sicher; noch sicherer, wenn er selbst den Tod findet..." 'Eine solche Ideologie, als geistliche Ordensregel verfasst, war ein idealer Freibrief für alle Untaten; und es ist verständlich, dass die Templer dem Herrscher von Jerusalem wie ein Geschenk des Himmels vorkommen mussten. Durch seine Privilegien und Regeln bildete der Templerorden aber allmählich ein Staat im Staate, der seine eigene Politik verfolgte und daher manchmal König und Bischöfe recht unbequem wurde, zumal sie ja dem Papst unterstanden und von sonst niemand zur Rechenschaft gezogen werden konnten. Überall im Mittelmeerraum und in Europa hatte der Orden Stützpunkte und Handelsstationen aufgebaut. Über die zweihundert Jahre seines Bestehens rekrutierte sich der Orden aus Adeligen, Handwerkern, Bauern und Knechten aus dem ganzen Abendland.'

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Kreuzritter

Im Besonderen die auf Initiative des Papsttums hin durchgeführten Kriegszüge der abendländischen Christenheit ab 1095 zur Befreiung Jerusalems und des Heiligen Landes von der Herrschaft der "Ungläubigen", der Muslime; im Allgemeinen die von der katholischen Kirche veranlassten und unterstützten Kriege gegen heidnische Völker und gegen Ketzer zur Christianisierung bzw. zur Wiederherstellung des katholischen Glaubens.

Einleitung und Vorgeschichte

Anlass der Kreuzzüge in das Heilige Land war 1085 ein Hilferuf des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos an den Westen. Seit der Mitte des 11. Jahrhunderts bedrängten die muslimischen Seldschuken das Byzantinische Reich; 1071 hatten sie bei Manzikert in Anatolien das byzantinische Heer vernichtend geschlagen, 1077 Jerusalem, die bedeutendste Stätte der Christenheit, erobert und 1085 Antiochia.

Kreuzfahrerburg in Syrien

Die mächtige Kreuzfahrerburg Crac des Chevaliers, 12./13. Jh. im heutigen West-Syrien.


Das Byzantinische Reich konnte dem Druck der Türken kaum mehr standhalten und bat daher den abendländischen Westen um Hilfe für die morgenländischen Christen gegen den gemeinsamen Gegner, die "ungläubigen" Muslime.

Am 27. November 1095 rief Papst Urban II. auf einem Konzil in Clermont-Ferrand vor hauptsächlich französischen Klerikern und Laien zum Kreuzzug auf. Als dessen vordringliches Ziel nannte er zunächst die Hilfe für die christliche Kirche des Ostens; die Befreiung Jerusalems und des Heiligen Landes machte dann die Öffentlichkeit während der folgenden Monate zum konkret greifbaren Ziel des Kreuzzugs. Ein weiteres, wenn auch nicht explizit formuliertes Ziel, das die päpstliche Politik während der gesamten Kreuzzüge nachhaltig bestimmte, war die Hoffnung des Papsttums, durch die Hilfe des Westens für die Christen des Ostens eine Wiedervereinigung der Ost- mit der Westkirche – die beiden Kirchen waren seit dem Schisma von 1054 gespalten – unter dem Primat Roms in die Wege leiten zu können.

Die Beweggründe der abendländischen Christen, sich den Strapazen des kostspieligen und ungewissen Abenteuers Kreuzzug zu unterziehen, waren vielschichtig. Das Grundmotiv bei allen Kreuzzügen war, wenn auch mit sehr unterschiedlicher Gewichtung, religiöser Natur: Zum einen lockte eine meist recht indifferente eschatologische Hoffnung auf Erlösung in Jerusalem, der himmlischen Stadt, wobei jedoch kaum zwischen himmlischem und weltlichem Jerusalem unterschieden wurde. Zum anderen hatte Urban II. den Kreuzzugsteilnehmern die Tilgung ihrer Sündenschuld in Aussicht gestellt. Dazu kamen demographische und ökonomische Gründe: Bevölkerungszuwachs und Missernten hatten in Westeuropa das einfache Volk in großem Umfang verarmen lassen, die Aussichten, dass sich die wirtschaftliche Situation im eigenen Land entscheidend verbessern würde, waren äußerst gering, die Verlockungen des himmlischen und des materiellen Lohnes im Heiligen Land umso größer. Ähnlich die Lage beim Adel: Hier hatte sich aus wirtschaftlichen Gründen die Primogenitur durchgesetzt, d. h., die jüngeren Söhne wurden nicht mehr angemessen mit Gütern ausgestattet, und im relativ dicht besiedelten Westeuropa hatten sie kaum Möglichkeiten, Besitz zu erwerben. Die Kreuzzüge boten ihnen nun die Chance, sich nicht nur im Kampf zu bewähren, sondern auch materielle Güter zu erwerben oder sogar Herrschaften zu errichten. Die Chancen dafür standen gut, da das Byzantinische Reich auf einem Tiefpunkt seiner Macht stand und zugleich unter den Muslimen selbst, die weite Teile des Byzantinischen Reiches unter ihre Herrschaft gebracht hatten, Konflikte aufzubrechen begannen, so dass sie sich auf keine gemeinsamen Maßnahmen gegenüber den Christen mehr verständigen konnten. Eine willkommene und vom Papst und den abendländischen Herrschern bei ihren Kreuzzugsaufrufen einkalkulierte Begleiterscheinung war die Eindämmung des überhand nehmenden Fehdewesens im Westen: In den Kreuzzügen konnten die zu kurz gekommenen Adligen ein Ventil für ihre Ambitionen finden.

Bei den späteren Kreuzzügen überwogen sicherlich materielle Motive: Der 1. Kreuzzug hatte gezeigt, dass es möglich war, Besitz und Macht zu erwerben, und neue Anreize geschaffen. Außerdem hatte die Eroberung des Heiligen Landes dem Handel neue Dimensionen eröffnet, weshalb sich bald auch Genua, Pisa und Venedig, die bedeutendsten italienischen Handelsstädte, in den Kreuzzügen engagierten. Neben religiösen und wirtschaftlichen Motiven sind schließlich noch die politischen Ambitionen – Machtzuwachs, Machterhalt, Ansehen, Durchsetzung gegenüber Rivalen – der Kreuzzugsführer bzw. derjenigen, die zu den Kreuzzügen aufriefen, als weitere, nicht zu unterschätzende Triebkraft zu nennen.


Kreuzritter

 

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Die Germanen

Die Germanen entstanden aus indogermanischen Stämmen, die am Nord-, Süd- und Westrand der Ostsee saßen und sich bis zu den Alpen zwischen Rhein und Weichsel ausbreiteten, besonders durch Verdrängen der Kelten.- Nach der "Germania" des Tacitus gab es drei Hauptstämme: Ingwäonen, Herminonen (Irminonen) und Istwäonen, die wahrscheinlich Kulturverbände darstellen. Hinzu kommen die Ostgermanen von der Ostsee und der unteren Weichsel bis zur unteren Donau und die Nordgermanen (Scionen). Gesamtzahl der Germanen vielleicht 4-7 Millionen.

Nur gegen die Römer vermochten sich die Germanen zunächst nicht durchzusetzen, die die Kimbern und Teutonen 102 und 101 v.Chr. vernichteten. Unter Augustus gingen die Römer an die Unterwerfung der Germanen. Doch bei dem Überfall 9 n.Chr. im sumpfigen Teutoburger Wald durch Arminius wurden drei römische Legionen unter Varus vernichtet. Die Römer beschränkten sich auf die Verteidigung (Limes zwischen Rhein und Donau, den sie bis 260 hielten). Dann brach das Römische Reich stückweise unter dem Ansturm der Germanen zusammen.

Die Ostgoten begründeten in Italien 490-552 ein Reich, die Wandalen in Nordafrika 429-534, die Westgoten in Südgallien und Spanien 412-711, die Franken in Gallien, die Langobarden in Oberitalien. Doch nur die Franken in Gallien (Frankreich) konnten sich behaupten und sogar die Alemannen, Bayern, Thüringer, Friesen, Langobarden und Sachsen unterwerfen.

Goten, ostgermanisches Volk, das nach der Stammessage aus Skandinavien kam und über das untere Weichselgebiet nach Südrussland und dem Schwarzem Meer zog. Die Goten spalteten sich in zwei Völker, die Ostgoten (Ostrogoten, Greuthungen) unter dem Königsgeschlecht der Amaler und die Westgoten (Wisigoten, Therwingen) unter dem Königshaus der Balten. Der Ostgotenkönig Ermanrich (Hermanrich, 350-375) bildete ein Großreich, das durch die Hunnen zerstört wurde.
 

Den Westgoten gelang es, sich vor den Hunnen nach Westen zurückzuziehen. König Alarich I. (395-410) eroberte Italien (410 Einnahme Roms). Sein Nachfolger Athaulf (410-415) aber führte sein Volk durch Gallien nach Spanien. Eurich (466-484) führte das Westgotenreich zur größten Ausdehnung (fast ganz Spanien und Gallien bis zur Loirs) und höchsten Macht. Rekkared I (586-601) trat zum Katholizismus über, und nunmehr gingen die Westgoten rasch in der großen Masse der Romanen auf. Letzter König war Roderich 710-711, der 711 in der Schlacht bei Xeres de la Fontera gegen die Araber fiel. Die Westgoten zogen sich vor dem Islam nach Nordwestspanien zurück und begannen von hier die Rückeroberung (Reconquista).

Die Ostgoten mussten sich den Hunnen unterwerfen. Ein Teil blieb auf der Krim. Durch Attilas Tod 453 wurden sie frei und siedelten in Pannonien. Von hier führte sie Theoderich der Große (475-526) nach Italien. Der Plan Theoderichs, einen germanischen Staatenbund (Westgoten, Burgunder, Wandalen, Franken, Thüringer) unter seiner Führung zu bilden, scheiterte an Chlodwig. Der byzantinische Kaiser Justian entriss den Goten Sizilien und Unteritalien, König Witiches (536-540) wurde vom byzantinischem Heerführer Belisar gefangen genommen Aber noch einmal richtete Totila (Badwila, 541-552) die gotische Herrschaft auf, unterlag aber gegen die germanischen Söldner des Byzantiners Narses und fiel bei Taginä 552, ebenso der letzte König Teja 552 am Vesuv.
 

Wandalen, ostgermanisches Volk, wanderten von der Oder um 100 n.Chr. nach Ungarn (Theiß) und um 400 mit Alanen und Sweben nach Spanien (Andalusien =Wandalusien). Vor den Westgoten weichend, setzten sie 429 nach Nordafrika über und begründeten unter Geiserich ein blühendes Reich um Karthago. Die wandalische Flotte beherrschte das Mittelmeer. Unter Geiserichs Nachfolger ging die Macht der Wandalen zurück, sie wurden vom Byzantiner Belisar 534 besiegt und vertrieben.

Das von den römischen Legionen geräumte Britannien wurde von den Angelsachsen erobert. Nur die Nordgermanen, die Dänen, Schweden und Norweger blieben in ihren alten Wohnsitzen, befuhren als Wikinger die Meere.

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Nachwort zu Troia

Die Illias berichtet nichts über das Schicksal der Kassandra von Troia. Aischylos lässt sie in seinem Agamemnom ebenfalls durch Klytaimnestras Hand sterben. Man hielt es für völlig legitim, Gestalten aus der Illias aufzugreifen, wenn ihr Schicksal nicht Teil des Epos geworden war. Bei Euripides ist Kassandra eine der gefangenen Troianerinnen. Interessanterweise denkt sie als einzige an Rache. Aber es wird auch deutlich, dass sie wahnsinnig ist. In einem anderen Drama führt Kassandra die Frauen von Troia in einen heldenhaften Massenselbstmord.


Im archäologischen Museum von Athen prägt die Tafel 803 folgende Inschrift:
 

ZEUS VON DODONA, NIMM DIESES GESCHENK IN GNADEN AN
DAS ICH DIR VON MIR UND MEINER FAMILIE ÜBERBRINGE -
AGATHON, SOHN DES EKHEPHYLOS
AUS DER FAMILIE DER ZAKYNTHER
KONSULN DER MOLOSSER UND IHRER VERBÜNDETEN
SEIT 30 GENERATIONEN DIE NACHKOMMEN
DER KASSANDRA VON TROIA

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Thomas Müntzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Thomas Müntzer (* ca. 1489 in Stolberg (Harz); † 27. Mai 1525 in Mühlhausen (Thüringen)) war ein evangelischer Theologe und Revolutionär in der Zeit des Bauernkrieges.

Müntzer war als Priester zunächst ein engagierter Anhänger und Bewunderer Martin Luthers. Allerdings richtete sich sein Widerstand nicht nur gegen die vom Papsttum beherrschte geistliche Obrigkeit, sondern auch gegen die soziale Unterdrückung und Ausbeutung der Bauern und der ärmeren Stadtbevölkerung durch ihre weltlichen Herrscher. Wegen seiner radikalen, sozialrevolutionären Bestrebungen, welche sich in vielen kämpferischen Texten bzw. Predigten niederschlugen, distanzierte sich Luther zu Beginn des Bauernkrieges von Müntzer.

 
 

 

Lebensdaten

Müntzer wurde 1486 oder 1489/1490 (nicht genau bekannt) in Stolberg (Harz) geboren. Er studierte in Leipzig und Frankfurt an der Oder. 1513 erhielt er die Priesterweihe und war zunächst in Braunschweig tätig. 1519 übernahm er eine Pfarrstelle in Jüterbog. Ab 1520 hatte er einen Predigerauftrag Martin Luthers in Zwickau, aus dem er jedoch 1521 vertrieben wurde. 1523 wurde er Pfarrer in Allstedt, (Kursachsen). Am 13. Juli 1524 hielt er die so genannte Fürstenpredigt zu Allstedt vor Herzog Johann und seinem Sohn Johann Friedrich. Ab 1525 war Müntzer Pfarrer in Mühlhausen und Leitfigur sowie Agitator im Deutschen Bauernkrieg in Thüringen auf Seiten der Bauern. Am 15. Mai 1525 wurde er nach der Schlacht bei Frankenhausen, die in einer völligen Niederlage der von Müntzer zusammengerufenen Bauernhaufen endete, gefangen genommen und am 27. Mai in Mühlhausen enthauptet.

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"Schmiedet Pinkepank auf dem Amboss Nimrods", "Ich will donnern über sie!", "Geistloses, sanft lebendes Fleisch zu Wittenberg" (über Luther), "Dran, dran, derweil das Feuer heiß ist!"

 

 

Gedenken an Müntzer

Zum Gedenken an Müntzer entstand in der DDR in den Jahren 1976 bis 1987 durch den Maler Werner Tübke in der Nähe von Bad Frankenhausen das Monumentalgemälde "Bauernkriegspanorama" (eigentlicher Titel war "Frühbürgerliche Revolution in Deutschland").

Außerdem wurde Müntzer in der DDR seit 1975 mit einer Banknote im Wert von 5 Mark geehrt, deren Vorderseite sein Konterfei trug.

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Der Trojanische Krieg

 

 

Nun, da Paris entführt hatte, erinnerten sich die Freier an ihren Eid und wurden ihrer Verpflichtung gerecht. So wurde ein gewaltiges Heer in Aulis versammelt, an dem sich die meisten griechischen Könige und Fürsten beteiligten. Wegen einer Prahlerei Agamemnons war Artemis verstimmt und weigerte sich, den Griechen den nötigen Wind zum Segeln zu gewähren. Agamemnon war daraufhin gezwungen, seine Tochter Iphigeneia der Artemis als Opfer zu bringen. Im letzten Augenblick erbarmte sich aber Artemis, versetzte Iphigeneia als Priesterin zu den Taurern und schenkte den Griechen den nötigen Wind. Nach einigen Umwegen landete die griechische Flotte in Troja. Menelaos und Odysseus setzten sich bei Priamos dafür ein die Rückgabe von Helena auf friedlichem Weg zu erreichen. Das wurde ihnen aber verwehrt; so war ein langer Krieg nicht zu vermeiden. Da Troja eine starke und gut befestigte Stadt war, mussten die Griechen zuerst den Nachschub und die Hilfe aus den umliegenden Städten beenden . Und so begannen einige räuberische Feldzüge, um die Verbündeten nacheinander zu vernichten. Ein Streit zwischen Agamemnon und Achilleus führte dazu, dass sich Achilleus gekränkt vom Kriegsgeschehen zurückzog. Das hatte für die Griechen insofern verhängnisvolle Folgen, als das die Trojaner immer mehr die Oberhand gewannen.
 

Aber als Patroklos, der treueste Freund des Achilleus, getötet wurde, griff Achilleus wieder ins Kriegsgeschehen ein, drängte die trojanischen Truppen zurück und tötete Hektor, den Anführer der trojanischen Streitmacht. Schließlich wurde aber auch Achilleus von Paris getötet, der ihn aus dem Hinterhalt mit einem Pfeil an seiner einzig verwundbaren Stelle, der Ferse ("Achillesferse"), traf. Der Krieg dauerte so 10 Jahre an ohne das eine Seite als Sieger hervorging. Einmal waren die Griechen stärker, dann wieder die Trojaner. Ein Orakel eröffnete den Griechen, dass Troja nur mit List eingenommen werden konnte. Odysseus, der Listige, hatte dann die Idee, ein großes Holzpferd zu bauen, in dem sich die tapfersten Griechen verstecken konnten. Die Griechen zogen sich scheinbar zurück und die restliche Flotte segelte ab, jedoch erst nachdem sie den Trojanern das Holzpferd als Geschenk hinterlassen hatten. Diese durchschauten die List nicht, waren auch taub gegen die Warnungen von Kassandra und Laokoon. Es wurde sogar die Stadtmauer niedergemacht, um das Pferd in die Stadt zu schaffen. Die Trojaner feierten den vermeintlichen Sieg über die Griechen ausgelassen. Spät in der Nacht, als ganz Troja schlafend oder betrunken war, kletterten die Griechen (unter ihnen auch Neoptolemos) aus dem Holzpferd, öffneten der Flotte, die längst wieder zurückgekehrt war, die Tore und brannten und mordeten, bis kaum mehr ein Trojaner übrig war und Troja selbst in Schutt und Asche lag.
 

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Priamos

Der besonders durch die Illias des HOMER und den „Schatz des Priamos” (Ein Fund Schliemanns) bekannte König von Troja.

Vater des Priamos und sein Vorgänger als König von Troja war Laomedon. Der Name seiner Mutter wird sehr verschieden angegeben: Strymno, Tochter des Skamander, Placia, Tochter des Atreus oder des Leukippus, oder aber eine Zeuxippe, Trymo oder Thoosa genannte Tochter des Teukrus.
Als seine Brüder gelten Tithonus, Lampo, Klytius, Hicetaon, Schwestern sind Hesione, Killa und Astyoche.

Eigentlicher Name des Priamos soll Podarces gewesen sein. Als Herakles Troja erobert hatte, nahm er ihn gefangen, entließ ihn aber auf Bitten seiner Schwester Hesione in die Freiheit. Wie diese ihn gleichsam freikaufte, hieß man Podarces fortan Priamos, von „ich kaufe”.

Priamos wurde sechster König von Troja, über das er vierzig Jahre geherrscht haben soll. Er heiratete die Arispe, Tochter des Merops, und wurde mit ihr Vater des Aesakus. Hernach heiratete er die Hekuba, eine Tochter des Kisseos (bzw. des Dymas) und wurde Vater des Hektor und des Paris. Eine Weissagung veranlasste ihn, Paris aussetzen zu lassen, womit die Grundlage für das spätere Verhängnis geschaffen war.
Hekuba gebar noch die Töchter Kreusa, Laodike, Polyxena und Kassandra sowie mehrere Söhne, Deiphobus, Helenus, Pammon, Polites, Antiphus, Hipponous, Polydorus und Troilus.

Damit war die Fruchtbarkeit des Priamos längst nicht erschöpft, mit rund fünfzig Nebenfrauen zeugte er zahlreiche weitere Söhne, die fast alle in der Schlacht um Troja umkamen:

„Ich unglücklicher Mann! die tapfersten Söhn' erzeugt' ich
Weit in Troja umher, und nun ist keiner mir übrig!
Fünfzig hatt' ich der Söhn', als Argos Menge daherzog:
Ihrer neunzehn wurden von einer Mutter geboren,
Und die anderen zeugt' ich mit Nebenfraun im Palaste.”
Illias, 24.493-497

Zu diesem Krieg war es gekommen, nachdem Paris die Helena von den Griechen entführt hatte und diese mit über 100.000 Mann auf gut 1.000 Schiffen vor Troja landeten. Mehr als zehn Jahre hielt Troja der Belagerung stand.
Endlich zogen die Griechen scheinbar ab und hinterließen das hölzerne Pferd (HOMER, Odyssee, 4.272ff.), in dessen Innern Soldaten versteckt waren (darunter Odysseus), welche heimlich die Tore öffneten und dem unterdessen wieder herangerückten griechischen Heer Einlass in die Stadt verschafften. Die siegestrunkenen Trojaner wurden gemetzelt und Troja versank in Flammen.
Auch Priamos fand - mittlerweile recht betagt - seinen Tod, nach überwiegender Meinung durch den Pyrrhus.

Die Darstellung folgt im Wesentlichen:
Benjamin HEDERICH, Gründliches mythologisches Lexikon, Spn. 2072-2077.

 
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Homer

(griech. Homeros) Die Lebensdaten dieses berühmtesten aller griechischen Dichter sind unsicher und waren schon in der Antike umstritten. So sei er Zeitgenosse des Trojanischen Krieges (~1300 v.) oder der ionischen Einwanderung (Ende 2. Jt. v.) gewesen oder er habe Mitte 9. Jahrhundert, Ende 8. Jahrhundert gelebt. Seine Heimat war das ionische Kleinasien, sieben Städte beanspruchten von sich sein Geburtsort zu sein, darunter Chios und Smyrna (nach ).

Den Alten war er als Dichter der Epen „Ilias” und „Odyssee” der erste und eigentliche Gestalter des griechischen Menschentums und seiner Göttervorstellung. Er soll, wie große Seher eben sind, blind gewesen sein und von Ionien kommend Griechenland durchwandert haben. Er war vielleicht ein Barde, wie von ihm selbst in der Odyssee einer beschrieben wird.

Ob Homer die ihm zugeschriebenen großen Epen, deren Wurzel weit in das zweite Jahrtausend reicht, wirklich beide verfasst hatte, bleibt literaturwissenschaftlich umstritten, man neigt aber heute überwiegend zu dieser Auffassung. Gestützt auf antike Nachrichten und frz. und ital. Vorgänger stellte 1795 F. A. Wolf die These auf, die beiden Epen seien das Werk einer ganzen Anzahl von Homeriden, den tatsächlichen oder geistigen Nachfahren des Homer, die als Gilde von Rhapsoden (Rezitatoren) von Chios aus wirkend, die Dichtung Homers weiter trugen.
Bereits im fünften Jahrhundert war bei den Alten auch umstritten, wer der ältere Dichter sei, Homer oder Hesiod.

Wichtige Übersetzungen sind die englische von Chapman, entstanden 1598 bis 1616 und in Deutschland die Übersetzungen von Bürger, Stolberg und besonders Johann Heinrich Voss, der 1781 die Übertragung der Odyssee, 1793 die der Illias abschloss. Die homerische Dichtung wirkte entscheiden auf die deutsche Klassik, voran Winckelmann und Goethe.

Beide Epen sind wohl im 8. Jahrhundert aus zahlreichen mündlichen Überlieferungen viel älterer Zeit komponiert worden. In der antiken Diskussion bereits umstritten, wurden sie bei Festspielen vorgetragen und Kindern zum Auswendiglernen aufgetragen, sie waren eine häufig genutzte Quelle der Argumentation, auf die man sich ausgiebig berief.

Diese in Hexametern verfasste Heldendichtung des Homer erzählt in 24 Gesängen den Trojanischen Krieg. Berichtet wird aus den zehnjährigen Kämpfen der Griechen (Achaier, Danaer) vor Troja (Ilion) ein Ausschnitt von vier Tagen gegen Ende des Krieges. Aus Zorn über die Entführung seiner Dienerin durch Agamemnon zieht sich der gewaltigste der griechischen Helden, Achilles, vom Kampfe zurück. Erst als die Trojaner in ihr Lager eindringen, gestattet Achilles seinem Freunde Patroklos, seine Myrmidonen in den Kampf zu führen. Die Tötung des Patroklos durch Hektor führt zur Aussöhnung von Achilles und Agamemnon. Achilles stürmt in den Kampf, treibt die Trojaner zurück und tötet Hektor.
In diese eigentliche Handlung eingewoben sind Schilderungen der Götterwelt und ihrer Mythen, der Vorgeschichte des Krieges, den Kriegsvorbereitungen und den Heldentaten der mitfahrenden Griechen wie ihrer Trojanischen Gegner.

Ähnlich aufgebaut ist die Odyssee, welche die letzten Wochen der zehn Jahre dauernden Heimkehr des Odysseus beschreibt. In Erzählungen des Helden bei einem Festmahl werden breit die absonderlichen Taten des Odysseus und seiner Erfahrungen berichtet, vom Trojanischen Pferd bis zur Ankunft bei den Phäaken, wo er diese Geschichten zum Besten gibt, bis ihn Alkinoos in die Heimat schickt. Dort tötet er mit Hilfe seines Sohnes Telemachos die Freier, die sich um die Hand seiner Gattin Penelope bewerben und sein Gut verprassen.

Daneben wurden Homer noch die 23 erhaltenen Homerischen Hymnen zugeschrieben, doch sind diese Dichtungen in epischem Versmaß wohl Werke der oben genannten Homeriden oder anderen, von ihm unabhängigen Dichtern. Diese Homerischen Hymnen sind Bitt- und Lobgesänge an die Götter mit vielen mythologischen Angaben. Einige von ihnen sind die Hymnen an Demeter, Aphrodite, Hermes und Apollo, letzteres Werk soll von dem Homeriden Kynaithos sein.

 
 
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Hanse-Bund

 

Stärke durch Gemeinschaft

Die Hanse - gegründet als Interessenvertretung der Kaufleute im Ausland und zum gegenseitigen Schutz, entwickelte sich schon bald zu einem mächtigen Handelsbund, der seinen Mitgliedern das privilegierte Erschließen neuer
Märkte in West-, Nord- und Osteuropa  ermöglichte.
In ihrer Blütezeit hatten sich über 160 Städte in der  Hanse zusammengeschlossen.

Heute, gut 300 Jahre nach dem Untergang der Hanse, haben eine Reihe ehemaliger Hansestädte aus Hessen, Niedersachsen und Westfalen den
alten Bund neu aufleben lassen. 20 von ihnen unterzeichneten am 25. Juni 1983 in Herford die Gründungsurkunde des WESTFÄLISCHEN HANSEBUNDES; 1998 zählte dieser Bund  bereits 35 Mitglieder. Die Mitgliedstädte wollen ihren Bürgern und allen, die zu ihnen kommen, beweisen, dass der alte hansische Gedanke gerade heute wieder dazu beitragen kann, die Attraktivität einer Stadt zu steigern und eine Anziehungskraft auszuüben, wie man es von einer  Hansestadt erwartet.
 

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