Byzanz zur Zeit des Kiewer Reichs

Zwischen 800 und 1204 erlebte Byzanz den Höhepunkt seiner Macht.

Nach 850 erlebt Byzanz große politische Erfolge:

 

Eine Nichte des Kaisers, Theophano, wird 972 dem deutschen Kaiser, Otto II., als Braut gesandt. Unter Kaiser Basileios II. (976-1025) wird Byzanz wieder Großmacht. Erweiterung und Sicherung von Besitz im Osten (Syrien, Armenien und Georgien); Unterwerfung des bulgarischen Zaren (1014).

Neben der Blüte des Mönchtums, der Wissenschaft und Kunst kam es aber auch zu Verfallserscheinungen:

 

Gegen die angreifenden Normannen ruft das Reich die Venezianer zu Hilfe. Handelsvertrag mit Steuerfreiheit und Niederlassungsrechten. Abschluss von Konkurrenzverträgen mit anderen ital. Kommunen. Aus diesen Verträgen vermochte sich Byzanz nie mehr zu lösen. Sie richteten letztlich Handel und Wirtschaft der Byzantiner selbst zugrunde. Zudem bedeuteten die 1096 einsetzenden Kreuzzüge eine wirtschaftliche und politische Belastung. Trotz militärischer Erfolge gegen Selçuken, Ungarn und Normannen, gingen Unteritalien und Sizilien an die Normannen. Normannische Einfälle in Griechenland beraubten Byzanz des Seiden-Monopols und vernichteten das Handelszentrum Thessalonike (1185).

Die wirtschaftliche Erschöpfung nach den andauernden Kriegen und der Korruption sowie innere Machtkämpfe führen zur Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer und zur Aufteilung des byzantinischen Reiches.

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Das Kiewer Reich

Russland ist, wie seine Nachbarländer Weißrussland und die Ukraine ein Nachfolgestaat der Kiewer Rus - eines frühmittelalterlichen Großreiches mit mehrheitlich slawischer Bevölkerung und orthodoxer Staatsreligion mit Zentrum in Kiew. Das Wort "Rus" leitet sich vermutlich vom finnischen "Ruotsi" (Ruderer) ab, was auf die Einwanderung von Wikingern (Waräger) hinweist, die aus Schweden kommend die großen Flüsse Dnepr und Wolga entlang ruderten. Neben Kiew entwickelte sich Nowgorod am Ilmensee zu einem zweiten Zentrum des Reiches. Als im 11. Jahrhundert der Reiterstamm der Polowezer Kiew verwüstete und die Ukraine besetzte, gewannen die nördlich gelegenen Fürstentümer in der Gegend von Nowgorod an Bedeutung. Nowgorod selber wurde zu einer einflussreichen Kaufmannsrepublik, die zu einer Hansestadt wurde.

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Waräger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Der Begriff Waräger (Varingr von altnord. "var", Schwur) oder Rus ist eine Bezeichnung für die Wikinger bei den slawischen Völkern Osteuropas und im byzantinischen Reich.

Die Waräger waren durch Eide und Schwüre, sowie gemeinsame Handelsinteressen verbundene skandinavische bewaffnete Männerbünde, die zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert im Baltikum und in Osteuropa aktiv waren. Sie nutzten die großen Flüsse wie Wolchow, Newa, Düna, Wolga, Dnjepr und Don, um sich im osteuropäischen Tiefland fortzubewegen. Die Waräger traten als Händler, Krieger und Siedler auf und kamen bei ihren Handelsfahrten über das Schwarze Meer bis nach Byzanz, wo sie zugleich die Leibgarde (Warägergarde) des oströmischen Kaisers stellten, und über das Kaspische Meer sogar bis ins weit entfernte Bagdad. Auch die Leibwachen der russischen Fürsten, die Drushinas, gehen auf warägische Schwurgemeinschaften zurück.

Die Waräger bewirkten in Osteuropa die Gründung des Reiches der Kiewer Rus. Ab dem 9. Jahrhundert siedelten sie sich zunächst als Söldner, dann als Adels- und Anführerschicht unter den Ostslawen an. Diese in Russland ansässig gewordenen Skandinavier waren bis zum Ende des 10. Jahrhunderts vollständig slawisiert. Von nun an wurden sie nicht mehr als Waräger (russ. "Warjagi") bezeichnet, denn das Wort "Waräger" bezeichnete immer nur Fremde, niemals Einheimische bzw. Integrierte.
Es kamen jedoch bis ins 13. Jahrhundert immer wieder neue Krieger aus Skandinavien, um in der Kiewer Rus eine Zeit lang als Söldner zu dienen. Diese fremden Skandinavier wurden weiterhin als Waräger bezeichnet, in Abgrenzung zu den einheimischen Rus.

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Bojaren

 

Bojaren nennt man die altrussischen Adeligen unterhalb des Ranges eines Fürsten (Knjas). Es gab auch eine Bojarenversammlung, die ein Großfürst zusammenrufen konnte, um sich beraten zu lassen.

Der Bojarenstand hatte sich im Mittelalter ursprünglich aus aus den Druschinas entwickelt, den Leibwachen der russischen Fürsten, die wiederum aus den aus den Schwurgemeinschaften der Waräger rekrutiert worden waren.

Zar Iwan der Schreckliche ließ im 16. Jahrhundert viele Bojaren töten oder deportieren. Peter der Große schaffte den Bojarenstand Anfang des 18. Jahrhunderts endgültig ab.

Außer in Russland (incl. Weißrussland und der Ukraine) wurde der Titel Bojar auch in Bulgarien, Moldawien und Rumänien verwendet.

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