Kent Weeks




Kent reinigt einen Schädel aus KV 5


Dr. Kent R. Weeks wuchs im Staat Washington auf, wo er bereits in seiner Kindheit ein starkes Interesse am antiken Ägypten entwickelte, dem er seitdem stets nachgegangen ist. Nach dem Studium der Anthropologie an der Universität von Washington in Seattle wo er 1965 seinen Magister erwarb, arbeitete er für archäologische Projekte in Ägypten und Nubien, insbesondere beim Projekt zur Rettung der nubischen Altertümer. Während dieser Zeit lernte er Susan Howe kennen, ebenfalls Studentin aus Washington, die auch in Nubien arbeitete und bald heirateten die beiden. 1966 begann er mit Dr. James Harris an einer Gebissstudie zu arbeiten, die schließlich zu einem Projekt führte, bei welchem die Mumien des Ägyptischen Museums mit Hilfe von moderner Röntgentechnik untersucht wurden. Er machte seinen Doktor der Ägyptologie 1970 in Yale, danach arbeitete er für zwei Jahre in der Ägyptischen Abteilung des Metropolitan Museums of Art und lehrte am Institut für Geschichte des Queens College der City University of New York. 1972 kehrte er nach Ägypten zurück, um am Institut für Anthropologie der American University in Kairo zu lehren. Während dieses Aufenthaltes leitete er zwei Grabungskampagnen in der Nekropole von Gizeh, bei der westlich der großen Pyramide eine Gruppe von Mastabas erneut frei geräumt und dokumentiert wurde. Ab 1974 war er für vier Jahre vom Oriental Institute’s Epigraphic and Architectural Survey at Chicago House in Luxor der Universität von Chicago als Grabungsdirektor angestellt. Von 1977 bis 1988 war Dr. Weeks Zweiter Professor und später Lehrbeauftragter für ägyptische Archäologie an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Seit 1988 bis heute ist er Professor für Ägyptologie an der American University in Kairo.

Während seines Aufenthalts im Chicago House wurde sich Dr. Weeks der Notwendigkeit eines verlässlichen und umfassenden Atlasses bewusst, der die Lage der zahlreichen Monumente in der thebanischen Region zeigt. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten begann Dr. Weeks ein Projekt zur Vermessung und Kartographierung des thebanischen Westufers zu starten und so wurde 1978 das Theban Mapping Project ins Leben gerufen. Mit der finanzieller Unterstützung unserer Gönner und der Hilfe professioneller Vermesser, Architekten, Photographen und Archäologen arbeitete das Projekt stetig an der Erstellung von Lageplänen der Gräber, Tempel und anderer archäologischer Bauten im Gebiet der thebanischen Nekropole. Nach unbefriedigenden Bemühungen brauchbare Luftbilder des Geländes für die Kartographierung zu bekommen, setzte Weeks Heißluftballone als mobile Plattform für die Luftbildphotographie ein, mit hervorragenden Ergebnissen. Ganz nebenbei schuf er damit ein neue Attraktion für Touristen auf dem thebanischen Westufer.

1987 folgte das Projekt Hinweisen aus antiken Texten, sowie den Berichten früherer Forscher und den Ergebnissen von Fernabtastuntersuchungen, und begann damit, ein Gebiet nordöstlich des Eingangs zum Grab von Ramses IX genauer zu erforschen, von dem es annahm, dass dort ein lange unbeachtetes Grab liegen könne. Die erfolgreiche Wiederentdeckung des Eingangs zu KV 5 führte lediglich zu einigen wenigen Pressemeldungen, aber die Entdeckung im Jahr 1995, nämlich dass es in Wirklichkeit sehr viel größer war als bisher angenommen, weckte das Interesse der Medien in einem noch nie da gewesenem Ausmaß. Die Verpflichtung, sich nun auch noch mit diesem, immer komplexer werdenden Grab auseinander zu setzen, hat den Schwerpunkt des Projektes in gewissem Grad verschoben, aber das eigentliche Ziel, die akkurate Dokumentation des archäologischen Erbes von Theben ist nicht vergessen.

 


Ramses II. - Das Totenhaus der Söhne